Überraschungsauftritt in New York Madonna macht 'ne Ansage

Berühmte Songs an einem berühmten Ort: Madonna hat in New York einen denkwürdigen Auftritt hingelegt - von dem kaum jemand vorher wusste. Auf der Bühne hielt sie auch eine Rede. Eine ziemlich politische.

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Madonna ist seit Jahrzehnten für ungewöhnliche Auftritte bekannt - und trotzdem gelingt es der 60-Jährigen immer wieder, ihre Fans zu überraschen. Nun war es wieder einmal so weit: In New York trat die Sängerin unerwartet vor das Publikum der Bar Stonewall Inn.

Madonna sang ihre Hymne "Like a Prayer" und den Elvis-Klassiker "Can't Help Falling In Love", dabei ließ sie sich auf der Gitarre von ihrem 13-jährigen Sohn David begleiten. Doch sie hatte auch eine politische Botschaft mitgebracht. Das Stonewall Inn ist ein Treffpunkt von LGBTQ-Menschen - also von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen.

In einer kurzen Rede sprach sie über den Kampf für Gleichberechtigung für Homo- und Bisexuelle in den Vereinigten Staaten: "Fünfzig Jahre der Aufopferung und des Auflehnens gegen Diskriminierung, Hass und Desinteresse. Und das alles hat hier begonnen", sagte sie. "Lasst uns den Stonewall-Aufstand und diejenigen nicht vergessen, die mutig aufgestanden sind und gesagt haben: 'Es reicht'."

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Madonna in New York: "Es reicht!"

Die Bar in der Christopher Street war im Juni 1969 Ausgangspunkt für den ersten großen Widerstand gegen die staatliche Diskriminierung von Homosexuellen und markiert den Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung (lesen Sie hier einen ausführlichen Rückblick auf die Ereignisse). In diesem Jahr begeht das Stonewall Inn den 50. Jahrestag der Ereignisse.

Offenbar war es Madonna wichtig, ihre Botschaft an genau diesem Ort loszuwerden. Jedenfalls nahm die Sängerin, die im vergangenen Jahr ihren 60. Geburtstag feierte, für den Auftritt wohl eine weite Anreise auf sich: 2017 war sie von den USA nach Lissabon gezogen.

"Wie Sie wissen, ist es nicht die beste Zeit der USA", sagte sie damals unter anderem. Ihr sei jedoch klar, dass ihr Umzug daran nichts ändere. Madonna hatte in der Vergangenheit kein Geheimnis aus ihrer Abneigung gegen Donald Trump gemacht. Beim "Women's March" im Januar 2017 hatte sie eine wütende Rede gegen den US-Präsidenten gehalten.

mxw



insgesamt 14 Beiträge
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Daniel 1956 02.01.2019
1.
Steht da wieder eine neue CD zur VÖ an?
Tante_Frieda 02.01.2019
2. In allen Ehren
Dass Madonna sich schon lange für LBGTQ-Menschen einsetzt,ist völlig in Ordnung.Der ganze Bericht darüber ist ok.Ich habe nur einen Kritikpunkt:Der Umzug nach Lissabon (man weiß ja gar nicht,wieviele Tage oder Wochen des Jahres sie dort überhaupt verbringt) hat keine politischen Gründe (etwa Trump) oder,wie in Illustrierten gern kolportiert wird,den Grund,dass ihr Sohn dort beim Lissabon(n)er Verein europäischen Fußball kennenlernt.Nein,es ist viel simpler: Die portugiesische Regierung hat ein Gesetz erlassen,das es ausl. Künstlern ermöglicht,kräftig Steuern zu sparen.Madonna als reichste lebende Sängerin (von Branchenblättern geschätzt eine Milliarde Dollar schwer) kann da kräftig Steuern sparen.Sie ist eben auch eine gewiefte Geschäftsfrau.Das ändert natürlich nichts daran,dass es toll ist,wenn sie im "Stonewall" auftritt...
chn 02.01.2019
3.
Zitat von Tante_FriedaDass Madonna sich schon lange für LBGTQ-Menschen einsetzt,ist völlig in Ordnung.Der ganze Bericht darüber ist ok.Ich habe nur einen Kritikpunkt:Der Umzug nach Lissabon (man weiß ja gar nicht,wieviele Tage oder Wochen des Jahres sie dort überhaupt verbringt) hat keine politischen Gründe (etwa Trump) oder,wie in Illustrierten gern kolportiert wird,den Grund,dass ihr Sohn dort beim Lissabon(n)er Verein europäischen Fußball kennenlernt.Nein,es ist viel simpler: Die portugiesische Regierung hat ein Gesetz erlassen,das es ausl. Künstlern ermöglicht,kräftig Steuern zu sparen.Madonna als reichste lebende Sängerin (von Branchenblättern geschätzt eine Milliarde Dollar schwer) kann da kräftig Steuern sparen.Sie ist eben auch eine gewiefte Geschäftsfrau.Das ändert natürlich nichts daran,dass es toll ist,wenn sie im "Stonewall" auftritt...
Glauben Sie wirklich, dass das für Madonna eine Rolle spielt? Die Dame hat, wie Sie selbst erkannt haben, schon lange alle Schäfchen im Trockenen - mit einem Milliardenvermögen. Und dann zieht sie mit etwa 50 nach Portugal, nur um Steuern zu sparen? Das finde ich nicht überzeugend.
Garak 02.01.2019
4. Sie glauben nicht das reiche Menschen gerne Steuern sparen?
Zitat von chnGlauben Sie wirklich, dass das für Madonna eine Rolle spielt? Die Dame hat, wie Sie selbst erkannt haben, schon lange alle Schäfchen im Trockenen - mit einem Milliardenvermögen. Und dann zieht sie mit etwa 50 nach Portugal, nur um Steuern zu sparen? Das finde ich nicht überzeugend.
Dann sind ihnen wohl die ganzen Steuerhinterzieher/vermeider aus Sport und Unterhaltungsbranche entgangen die die letzen Jahre aufgeflogen sind? Messi, Ronaldo, Shakira und andere haben trotz Riesenvermögen ungern Steuern bezahlt. Warum sollte es da bei Madonna anders sein? Nach dem NHR Steuer Gesetz zahlt Madonna (oder jeder ander ausländische Künstler) der sich mindestens 183 von 365 Tagen im Jahr in Portugal aufhält nur eine 20% Einkommenssteuer. In den USA müsste sie knapp 40% Einkommenssteuer zahlen. Ihr geschätzes Jahreseinkommen betrug 2018: 75.000.000 U.S Dollar Wohnsitz USA: 30.000.000 U.S Dollar Steuern Wohnsitz Portugal: 15.000.000 U.S Dollar Steuern Da nimmt selbst Madonna einen Umzug in Kauf, vor allem da diese Regelung für 10 Jahre gilt und sie wahrscheinlich gut 100.000.000 U.S Dollar in diesem Zeitraum sparen wird. Aber glauben sie weiterhin an das gute im Menschen und das Madonna aus Überzeugung die USA verlassen hat, ich glaube das sie wie die meisten Aktivisten und Moralapostel mindestens genauso egoistisch ist wie wir normale Menschen.
chn 02.01.2019
5.
Zitat von GarakDann sind ihnen wohl die ganzen Steuerhinterzieher/vermeider aus Sport und Unterhaltungsbranche entgangen die die letzen Jahre aufgeflogen sind? Messi, Ronaldo, Shakira und andere haben trotz Riesenvermögen ungern Steuern bezahlt. Warum sollte es da bei Madonna anders sein? Nach dem NHR Steuer Gesetz zahlt Madonna (oder jeder ander ausländische Künstler) der sich mindestens 183 von 365 Tagen im Jahr in Portugal aufhält nur eine 20% Einkommenssteuer. In den USA müsste sie knapp 40% Einkommenssteuer zahlen. Ihr geschätzes Jahreseinkommen betrug 2018: 75.000.000 U.S Dollar Wohnsitz USA: 30.000.000 U.S Dollar Steuern Wohnsitz Portugal: 15.000.000 U.S Dollar Steuern Da nimmt selbst Madonna einen Umzug in Kauf, vor allem da diese Regelung für 10 Jahre gilt und sie wahrscheinlich gut 100.000.000 U.S Dollar in diesem Zeitraum sparen wird. Aber glauben sie weiterhin an das gute im Menschen und das Madonna aus Überzeugung die USA verlassen hat, ich glaube das sie wie die meisten Aktivisten und Moralapostel mindestens genauso egoistisch ist wie wir normale Menschen.
Was ich sagen will: Madonna hat es aufgrund ihres Vermögens überhaupt nicht nötig, ihren Lebensmittelpunkt davon abhängig zu machen, wo wieviel sie Einkommensteuer bezahlen muss. Ich habe auch nirgendwo einen Hinweis darauf gesehen, dass das bei Madonna der Fall sein könnte, z.B. wegen übertriebener Gier oder ähnlichem. Viel plausibler finde ich, dass sie einfach dahin zieht, wo sie sich am wohlsten fühlt. Können Sie sich das nicht vorstellen? Würden Sie das nicht so machen?
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