SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

04. April 2015, 19:45 Uhr

Protest gegen Zensur

Madonna kämpft für nackte Brüste

Instagram zensiert Bilder, die Brüste zeigen - das ärgert Popdiva Madonna. Aus Protest hat sie erneut ein freizügiges Foto von sich veröffentlicht. Die Botschaft: Wenn nackte Hintern ok sind, warum nicht auch Busen?

Provoziert hat Madonna schon immer gern. Für Schlagzeilen sorgten unter anderem eine lustvoll gespielte Selbstbefriedigung auf der Bühne, Oralsex mit einer Weinflasche oder ein Tanz vor einem brennenden Kreuz. 2003 knutschte sie - Skandal, Skandal - bei den MTV-Music-Awards mit Britney Spears. "Schon als ich ein kleines Kind war, wollte ich, dass die ganze Welt mich kennt, mich liebt und von mir geprägt wird", bekannte sie.

Nun hat die Popdiva erneut ein Nacktfoto von sich auf dem Fotoportal Instagram veröffentlicht. Es zeigt die 56-jährige Sängerin in lasziver Pose von der Seite. Ihre nackten Brüste sind mit einem schwarzen Streifen nachträglich verdeckt, besser gesagt zensiert. Denn genau darum geht es Madonna.

"Warum ist es ok, den Hintern zu zeigen, aber nicht die Brüste?", schreibt sie. Dies sei scheinheilig, kritisiert Madonna soziale Medien wie Instagram, die Fotos von nackten Brüsten immer wieder löschen.

Schon im Dezember hatte sie ein auf ähnliche Weise zensiertes Nacktfoto von sich auf Instagram hochgeladen. "Es ist verwirrend", schrieb sie damals. "Nippel gelten als verboten und provokativ, aber das Entblößen des Hinterns ist es nicht."

Madonna war kurz zuvor öffentlich über Nacktaufnahmen von Kim Kardashian hergezogen. Kardashian hatte ihr üppiges Hinterteil auf dem Cover des "Paper"-Magazins gezeigt. Mit der Aktion wollte sie nach eigenen Angaben das Internet lahmlegen.

Der Protest gegen das Brustfotoverbot hat längst einen Namen und eine Webseite, die zugleich Hashtag sind: #freethenipple. Die Bewegung kämpft für Gleichberechtigung und dagegen, dass für Körper von Frauen andere Regeln gelten als für die von Männern.

hda

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung