Madonnas frühe Demotapes Vorgeführt

Den Kampf gegen die Versteigerung persönlicher Gegenstände hat Madonna verloren. Nun hat sich einer ihrer Mitarbeiter in die laufende Auktion eingemischt - und Demobänder veröffentlicht.

Madonna im Februar 2016: Persönliche Gegenstände der Sängerin werden versteigert
EPA/FRANCK ROBICHON

Madonna im Februar 2016: Persönliche Gegenstände der Sängerin werden versteigert


In New York sollen rund 70 persönliche Erinnerungsstücke von Madonna versteigert werden. Der langanhaltende Protest der Sängerin dagegen scheiterte. Auch Demoaufnahmen der Popdiva sollen bei der Auktion verkauft werden. Doch ehe es so weit ist, hat ein Musikproduzent und Songwriter Madonnas einige der zu versteigernden Demobänder erfolgreicher Hits nun einfach auf YouTube hochgeladen - frei zugänglich.

Mit dem Schritt wolle er gegen den Ausverkauf von Madonnas Musik bei der Auktion in New York demonstrieren, teilte Patrick Leonard mit. Die Musikerin hatte sich zwei Jahre lang gegen die Versteigerung gewehrt, war aber im Juni vor einem Berufungsgericht in New York endgültig gescheitert. Leonard schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Es ist nicht in Ordnung, dass jemand Profite mit etwas machen will, an dessen Erschaffung er nicht beteiligt war."

"Falsch und verleumderisch"

Zu den nun veröffentlichten Songs zählen ein Demo von "Like a Prayer", aber auch die Songs "Cherish" und "Angels". Dem Musikmagazin "Billboard" teilte Leonard mit, ihm gehe es um die Musik an sich und nicht um die einzelnen Kassetten. Wenn jemand Geld für die Kassetten ausgeben wolle, solle er das tun. Die Frage ist nur: Was sind sie noch wert, wenn der vermeintlich exklusive Inhalt kostenlos im Netz steht?

Fotostrecke

6  Bilder
Liebesbriefe, Unterwäsche, Haarbürste: Madonnas persönliche Dinge kommen unter den Hammer

Das New Yorker Auktionshaus Gotta Have Rock and Roll verurteilte Leonards Protestaktion - und verwies auf das Urteil des Berufungsgerichts vom Juni. Die Erklärungen Leonards seien "falsch und verleumderisch". Die Kassetten würden lediglich als Sammlerstücke verkauft. "Das Urheberrecht ist nicht inbegriffen." Gotta Have Rock and Roll veranstaltet die Auktion gemeinsam mit Madonnas früherer Beraterin Darlene Lutz, mit der sich die Sängerin 2003 überworfen hat.

Neben den Kassetten wird bei der Auktion auch ein Trennungsbrief der 1996 ermordeten Raplegende Tupac Shakur an Madonna versteigert. Das Minimalgebot für den Brief liegt bei 100.000 Dollar. Das bislang höchste Gebot für einen der Audioträger mit Demoversionen liegt bei 1283 Dollar. Bieter haben noch zwei Tage Zeit, ihre Gebote einzureichen.

Brief von Tupac Shakur an Madonna
Richard Drew/AP/dpa

Brief von Tupac Shakur an Madonna

2017 hatte ein Richter eine geplante Auktion mit 22 Erinnerungsstücken von Madonna noch gestoppt. Die Tatsache, dass sie mit ihrem Erfolg auch berühmt geworden sei, schließe ihr "Recht auf Privatsphäre" nicht aus - höchst persönliche Gegenstände inbegriffen, hatte die 60-jährige Popdiva damals erklärt. Das New Yorker Berufungsgericht befand jedoch im vergangenen Monat, die dreijährige Frist zur Rückerlangung der Stücke sei bereits abgelaufen.

apr/AFP



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rivka 25.07.2019
1.
Gerade der Brief ist doch eigentlich eher persönlich. Die Tatsache, dass viele SängerInnen zu Beginn ihrer Karriere gezwungen werden, ihre Rechte an ihrer Musik zu verkaufen, um einen einfachen Vertrag kriegen zu können und oftmals keine Möglichkeit haben, die wieder zurückzukaufen, ist erbärmlich. siehe auch Taylor Swift
quark2@mailinator.com 26.07.2019
2.
Zitat von rivkaGerade der Brief ist doch eigentlich eher persönlich. Die Tatsache, dass viele SängerInnen zu Beginn ihrer Karriere gezwungen werden, ihre Rechte an ihrer Musik zu verkaufen, um einen einfachen Vertrag kriegen zu können und oftmals keine Möglichkeit haben, die wieder zurückzukaufen, ist erbärmlich. siehe auch Taylor Swift
Diese Ungerechtigkeit gibt es nahezu auf jedem Gebiet - wer die Handelswege und Marktplätze kontrolliert, verdient mit einer Sache meist mehr, als derjenige, der diese herstellt. Daher ja auch der Spruch "Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein.". Sogar bei Politikern ist das so, weshalb oft Schauspieler und andere schon bekannte Personen gewählt werden, so wie Trump mit seiner ehemaligen Fernsehshow. Zugang zum Markt ist alles und muß bezahlt werden ... Ich glaube allerdings, Madonna ist vermögend genug, um die Dinge selbst zu kaufen, wenn sie es denn unbedingt will.
eldoloroso 26.07.2019
3. Mal eine naive Frage
Abgesehen vom Prinzip, die Tante hat vermutlich mehr als genug Geld und Strohmänner, um das Zeug zu ersteigern. Oder sehe ich das faslch.
RuedigerGrothues 26.07.2019
4. Differenzierung
Zitat von rivkaGerade der Brief ist doch eigentlich eher persönlich. Die Tatsache, dass viele SängerInnen zu Beginn ihrer Karriere gezwungen werden, ihre Rechte an ihrer Musik zu verkaufen, um einen einfachen Vertrag kriegen zu können und oftmals keine Möglichkeit haben, die wieder zurückzukaufen, ist erbärmlich. siehe auch Taylor Swift
Das Auktionshaus führt in diesem Fall eine äußerst zweifelhafte Veranstaltung durch, soviel ist sicher, aber es hat Recht mit seinem Hinweis darauf, dass es keinesfalls um irgendwelche Rechte an den Songs geht. Wer eine Kassette mit Liedern der Beatles verkauft, verkauft damit ja auch nicht wie auch immer gelagerte an den Songs bestehende Urheber- oder Leistungsschutzrechte mit. Und außerdem ist hier vielleicht der Hinweis nicht verkehrt, dass nach deutschem Recht das Urheberrecht selber gar nicht ver- und gekauft werden kann - was aber nichts mit Madonna zu tun hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.