Angebliche Adoptionspläne Madonnas Malawi-Connection

Vier Kinder hat sie bereits, nun will Popstar Madonna weitere Kinder im afrikanischen Malawi adoptieren - sagt jedenfalls ein Sprecher der dortigen Justiz. Die Version der Sängerin klingt jedoch anders.

AP

Es ist erst ein paar Monate her, da hatte Madonna noch ziemlich viel Stress mit der Familie: Nach einem monatelangen Streit mit ihrem Ex-Mann Guy Ritchie entschied ein Gericht, dass ihr Sohn Rocco weiter in London bei seinem Vater wohnen und dort zur Schule gehen darf - ein schwerer Schlag für die Popmusikerin.

Davon lässt sie sich aber offenbar nicht die Familienplanung vermiesen: Die 58-Jährige will zwei Kinder aus dem südafrikanischen Malawi adoptieren, wie ein Sprecher der malawischen Justiz sagte. Madonnas Anwälte hätten das Verfahren eingeleitet, die Eltern der Kinder sowie das zuständige Ministerium seien an dem Verfahren beteiligt.

Madonna selbst sieht das alles jedoch offenkundig anders: "Die Gerüchte über ein Adoptionsverfahren sind unwahr", sagte sie dem "People"-Magazin. Sie sei in Malawi, um ein Kinderkrankenhaus zu besuchen und sich um ihre Stiftung "Raising Malawi" zu kümmern - "und dann kehre ich heim", so die Musikerin.

Ein Sprecher Madonnas verneinte die geplante Adoption hingegen nicht. Er sagte lediglich, dies sei "nicht bestätigt".

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Madonnas Familie: Kinder aus aller Welt

Die Version des malawischen Justizsprechers klingt nicht völlig unglaubwürdig, zumal es Berichte über die Verhandlung in dem Verfahren gibt. So meldeten örtliche Medien, Madonna sei unter strengen Sicherheitsvorkehrungen mit zwei kleinen Kindern und weiteren Menschen vor Gericht erschienen. Nach dem Gerichtstermin habe sie sich in einem Geländewagen wegfahren lassen. Demnach reiste die Sängerin mit einem Privatflugzeug nach Malawi und stieg in einer Lodge außerhalb der Hauptstadt ab.

Madonna engagiert sich seit Langem in Malawi. Mit ihrer Stiftung "Raising Malawi" investierte sie nach eigenen Angaben Millionen Dollar in die Betreuung von Waisenkindern und ins Bildungswesen.

Die Sängerin ist in Malawi allerdings nicht unumstritten: 2013 ging die Regierung der damaligen Präsidentin Joyce Banda zu Madonna auf Distanz, weil sich der Superstar allzu sehr als Wohltäterin inszeniert habe. Der seit drei Jahren amtierende Staatschef Peter Mutharika bemüht sich aber darum, das Verhältnis seines Landes zu Madonna wieder zu verbessern: Er hat Madonna zu Malawis Botschafterin für Kinderwohlfahrt ernannt.

Madonna hat bereits vier Kinder: Abgesehen von Rocco hat sie noch eine leibliche Tochter namens Lourdes, deren Vater der Fitnesstrainer Carlos Leon ist. Ihre anderen beiden Kinder David und Mercy hatte sie 2006 und 2009 adoptiert - in Malawi.

mxw/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
loelik 25.01.2017
1.
Ich verstehe nicht warum Madonna Kinder, die keine Weisen sind, adoptieren will. Gibt es nicht genug Kinder, die in Heimen unter schrecklichen Bedingungen aufwachsen und sich viel mehr über eine Adoption freuen werden, als diejenigen, die von ihren Eltern getrennt werden?
isar56 25.01.2017
2. Voll daneben wie
wer Kohle hat kauft sich Kinder armer Menschen und brüstet sich mit Wohltätigkeit. Eltern und Kinder werden aufs grausamste getrennt, weil Madame Geld hat. Diese Kinder gehören zu ihren Eltern und ihren Wurzeln. Wären diese "Stars" tatsächlich so edel und sozial würden Sie diese Familien unterstützen. Geht ganz einfach über eine erschwingliche Patenschaft für alle. Und die Eltern werden nicht gedemütigt. Zudem ist sie im Omaalter.
oldswissbanker 25.01.2017
3. Publicity um jeden Preis
Die längst verwelkte Pop-Ikone kann wohl den Alterungsprozess und die damit verbundene Abnahme der Medialen Aufmerksamkeit nicht verwinden. Nur so lassen sich ihre schrillen Anti-Trump-Auftritte und öffentlichkeitswirksamen Adoptionen erklären. Welchen charakterlichen Schaden Kinder, die aus ärmsten Verhältnissen plötzlich im Luxus verhätschelt werden, nehmen, sieht man ja schon an den beiden anderen Adoptivkindern der Dame.
mam71 26.01.2017
4.
Ich kaufe mir: Eine neue Sonnenbrille, eine Handtasche, ein neues Kind und neue Felgen für mein Auto.
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