Malawi Gericht verweigert Madonna Adoption zweiten Kindes

Das Unternehmen Adoption 2.0 ist gescheitert: Ein Gericht in Malawi hat Madonnas Antrag, ein zweites Kind in Pflegschaft zu nehmen, abgelehnt. Die Popsängerin war weltweit für ihr Vorhaben kritisiert worden.


Lilongwe - Ein Gericht in Malawi hat entschieden, dass Popsängerin Madonna kein weiteres Kind aus dem afrikanischen Land adoptieren darf.

Maßgeblich sei dabei gewesen, dass man sich mindestens 18 bis 24 Monate in dem Land aufhalten muss, um eine Adoption beantragen zu können, was auf die US-Amerikanerin mit englischem Wohnsitz nicht zutrifft.

2006 hatte Madonna die Pflegschaft für den damals 13 Monate alten David Banda übernommen, den sie mittlerweile adoptierte. Damals spielte die Aufenthaltsbestimmung keine Rolle.

Madonna wollte nach David nun die drei Jahre alte elternlose Chifundo Mercy James adoptieren. Deren Großmutter sei nicht in der Lage, angemessen für das Kind zu sorgen, so Madonnas Argumentation.

Wie aus ihrem Adoptionsantrag hervorgeht, plädierte Madonna demzufolge: "Wenn man Chifundo James die Möglichkeit verweigert, von mir adoptiert zu werden, setzt man sie unvermeidbar den Entbehrungen und dem Trauma eines Lebens als Waise aus". Sie wolle dem Kind eine Familie und materielle Sicherheit geben.

Verschiedene Menschenrechtsgruppen warfen Madonna "Kinder-Shopping" vor und beschuldigten die Behörden, die Sängerin bevorzugt zu behandeln. Madonna unterstützt in der Region Waisenhäuser und Schulen mit finanziellen Zuwendungen.

Die Regierung Malawis hatte das Bemühen der 50-Jährigen, nach dem kleinen David nun auch ein Mädchen zu adoptieren, unterstützt. "In Malawi gibt es mehr als zwei Millionen Waisen, die Hilfe brauchen", sagte Anna Kachikho, Ministerin für Frauen und Jugend. "Wenn Menschen wie Madonna auch nur ein Kind adoptieren, ist das ein hungriges Mäulchen weniger, das wir stopfen müssen."

Madonna könnte gegen die Entscheidung des Gerichts in Lilongwe Berufung beim Obersten Gerichtshof von Malawi einlegen. Ob sie dies tatsächlich tun wird, ist noch unklar.

pad/Reuters/AP



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