Prozess in Manchester Starfußballer Ryan Giggs soll Ex-Freundin misshandelt haben

Der ehemalige Manchester-United-Spieler Ryan Giggs soll seine Ex-Freundin kontrolliert, genötigt und nackt aus einem Hotelzimmer geworfen haben. Auch von einem Kopfstoß ist die Rede. Jetzt läuft der Prozess.
Ryan Giggs auf dem Weg zum Prozess am Manchester Crown Court

Ryan Giggs auf dem Weg zum Prozess am Manchester Crown Court

Foto: Carl Recine / REUTERS

Es sind schwere Vorwürfe, denen sich der britische Ex-Fußballer Ryan Giggs vor einem Gericht in Manchester stellen muss: Seine Ex-Freundin Kate Greville bezichtigt ihn, sie über Jahre genötigt, exzessiv kontrolliert und schließlich auch misshandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer »manipulativen, toxischen, schädlichen Beziehung eines Mannes zu einer verletzlichen Frau«.

Als sie ihm einst eine Affäre vorwarf, habe er sie nackt aus einem Hotelzimmer in Dubai geworfen, berichtete die 36-jährige Klägerin vor Gericht.

Als sie sich schließlich nach der langen und problematischen On-Off-Beziehung von Giggs trennen wollte, habe dieser sie im November 2020 in seinem Haus in Worsley, Salford, tätlich angegriffen. Giggs sei betrunken und wütend gewesen. Er habe ihr einen Kopfstoß versetzt und ihrer ebenfalls anwesenden Schwester Emma einen Ellbogen ins Gesicht geschlagen.

»Das wird mich ruinieren«

Greville berichtete, sie habe daraufhin die Polizei gerufen, was Giggs sehr aufgebracht habe. »Das wird mich ruinieren und es wird dich ruinieren«, soll er gesagt haben. »Denk doch an meinen Job, denk an meine Karriere, denk an meine Kinder«, zitiert der »Guardian « aus der Aussage der Klägerin.

Tatsächlich trat der 48-jährige Giggs nach Anklageerhebung von seinem Job als Trainer der walisischen Fußballnationalmannschaft zurück.

Giggs wurde wegen der mutmaßlichen Angriffe auf die beiden Frauen vorübergehend festgenommen, kam nach Zahlung einer Kaution frei. Bei einer gerichtlichen Anhörung im vergangenen Jahr wies er alle Vorwürfe der Schwestern zurück, auch im laufenden Prozess bestreitet er alle Anklagepunkte, die sich auf den Zeitraum von Dezember 2017 und November 2020 beziehen.

Der nette Ryan und der böse Ryan

Kate Greville gab an, sie habe vor der finalen Auseinandersetzung herausgefunden, dass Giggs Beziehungen zu mindestens acht weiteren Frauen gepflegt hatte.

»Ich wusste über alles Bescheid, was er getan hatte, hinter meinem Rücken, und zum ersten Mal hatte ich dafür Beweise, denn er hatte es immer geschafft, mir weiszumachen, dass das alles nur Hirngespinste und Lügen sind und dass ich verrückt bin.«

Giggs habe sie gezielt verletzen wollen im November 2020. Darin habe sich der Übergriff von anderen zuvor unterschieden. »Das war echte Absicht. Er schaute mir in die Augen und versetzte mir einen Kopfstoß. Das war kein Greifen oder Schubsen.«

Greville erklärte, Giggs habe gewirkt, als ob zwei Personen in ihm steckten – ein netter Ryan und ein garstiger Ryan, der gewalttätig und kontrollierend gewesen sei. Schon zu Beginn der Beziehung sei Giggs extrem eifersüchtig und kontrollierend gewesen, berichtete die Frau weiter.

Der Imageschaden für Giggs ist schon jetzt erheblich. 2009 war er Fußballer des Jahres in England und Sportler des Jahres in Großbritannien. Die Fans verehren den Waliser für seine Treue, denn er spielte in seiner gesamten Profikarriere nur für Manchester, wo er mehr als 900 Mal zum Einsatz kam. Mit 13 Titelgewinnen in der englischen Premier League, vier Erfolgen im FA-Cup und zwei in der Champions League war er außergewöhnlich erfolgreich.

Der Prozess läuft weiter, ein Urteil soll voraussichtlich am 26. August gesprochen werden.

ala
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.