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Marc Jacobs Radikal schön

aus DER SPIEGEL 32/2021

Die Schönheitschirurgie boomt dank Zoom-Konferenzen und ewiger Social-Media-Sichtbarkeit. Ein Tabu ist sie jedoch nach wie vor. Trotzdem bekennt sich der amerikanische Modedesigner Marc Jacobs, 58, zu den chirurgischen Eingriffen, denen er sich unterzogen hat. Nach einer umfangreichen Facelift-Operation dokumentierte Jacobs in einer Selfie-Fotoreihe auf Instagram die Woche danach. Zu Beginn mit Maske und dick verbundenem Kopf, wenige Tage später »sehr geschwollen« im Gesicht. Mit dieser Offenheit steht Jacobs nahezu allein da. Er schäme sich nicht für seine Eitelkeit, sagte er in einem Interview mit der »Vogue« – und thematisierte den verkrampften Umgang mit Schönheits-OPs. Gerade in einer Welt, »in der sich bei der jungen Generation alles um Transparenz« drehe, so Jacobs, müsse sich das ändern. Jeder benutze Bearbeitungsprogramme, um sein Gesicht auf Fotos zu verjüngen, »das ist die Welt, in der wir leben«. Der Designer findet es schlichtweg verrückt, wenn ein Schauspieler leugne, dass er etwas habe machen lassen. »Sie sagen: ›Oh, es ist Olivenöl, ich bade in Seltzer.‹ Das mag alles wahr sein, ist aber sicher nicht der Grund, warum dein Hals so straff ist.«

vhe
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