SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

20. Juni 2017, 13:51 Uhr

Mari Malek

Vom Flüchtling zum Supermodel

Als Kind musste sie aus dem Südsudan fliehen, heute ist Mari Malek erfolgreiches Model und DJ in New York. Mit ihrem Einfluss will sie nun den Kindern in ihrer Heimat helfen.

Mit ihrer Mutter und zwei Schwestern ist Mari Malek als Kind aus dem Südsudan in die USA geflohen. Inzwischen arbeitet sie als Model und DJ in New York. Malek ist erfolgreich, doch das Elend in ihrem Geburtsland hat sie nicht losgelassen. Heute nutzt sie ihren Einfluss als Model, um sich für Kinder und Bildung in ihrer Heimat einzusetzen.

Mit der eigenen Geschichte möchte das Model ein Vorbild für Flüchtlingskinder sein. "Auch wenn die Situation aussichtslos erscheint, sollen sie an sich glauben", sagte Malek der BBC. Nach vier Jahren in einem Flüchtlingscamp in Ägypten durfte sie mit ihrer Familie in die USA einreisen. Dort sei es schwer gewesen, Fuß zu fassen. Die erste Wohnung war runtergekommen, Malek sprach kein Englisch und fühlte sich oft beobachtet: "Wer ist dieses seltsame Mädchen? Wo kommt sie her?"

Mit 20 brachte sie eine Tochter zur Welt. Wie ihre eigene Mutter ist sie alleinerziehend. Trotz vieler Rückschläge konnte sich Malek im Modelbusiness durchsetzen. Ein steiniger Weg, wie sie selbst sagt: "Nur weil man einen Vertrag bekommen hat, ist nicht sofort alles großartig." Der Job sei harte Arbeit.

Malek hat ihre Wurzeln nie vergessen. Ihr Einsatz gilt besonders den vielen Kindern, die im Südsudan vom Krieg betroffen sind. "Sie leiden zu sehen, bricht mir das Herz." Mit ihrer Non-Profit-Organisation Stand4Education will sie insbesondere jungen Mädchen bessere Bildung ermöglichen.

Der Südsudan ist erst 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Wenig später eskalierte ein seit Langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Ende 2013 brachen Kämpfe aus, Befriedungsversuche scheiterten.

Nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat der Bürgerkrieg bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen werfen beiden Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

asz

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung