Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Strack-Zimmermann wäre gern Hippie geworden

Heute beschäftigt sie sich mit dem Krieg. Ihr Traum aber war es, in den USA in einem Wohnwagen zu leben. In einem Interview berichtet Marie-Agnes Strack-Zimmermann zudem von einer Kindheit mit blauen Knien und blauen Briefen.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: »Gerade in der Politik wimmelt es von Wichtigtuern, die sich in ihrer Rolle verlieren«

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: »Gerade in der Politik wimmelt es von Wichtigtuern, die sich in ihrer Rolle verlieren«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist seit 2021 Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages. Ihr Plan als Jugendliche aber war ein sehr anderer, wie die FDP-Politikerin der »Zeit« in einem Interview  verriet.

»Hippie zu werden. Ich wollte nach Amerika, Motorrad fahren und im Wohnwagen leben«, antwortete die 64-Jährige auf die Frage nach ihrem Traum. »Das war wahrlich kein politisches Statement, sondern ein Lebensgefühl der Siebzigerjahre. Ich liebe die Musik von Janis Joplin, Jimi Hendrix, Joe Cocker und Rory Gallagher noch heute.«

Warum sie dann nicht bei den Grünen gelandet sei? »Ich kam aus einem konservativen CDU-Haushalt. Das Frauenbild der CDU war mir als junger Frau allerdings so was von fremd, dass mich diese Partei nicht interessierte«, sagte Strack-Zimmermann. Mit der SPD wiederum habe sie keine Berührungspunkte gehabt. Und die Grünen galten in ihrem bürgerlichen Umfeld als »total abgedreht«.

Kaputte Knie

In der Gesprächsreihe »Schule meines Lebens« berichtet Strack-Zimmermann zudem von einer gewissen Abenteuerlust. Sei es mit dem Zweirad, das sie fährt, seit sie 15 ist (»Alles, womit man zügig vorankommt, erfreut mich«) oder in ihrer Kindheit im zerbombten Düsseldorf, wo sie mit ihrem Bruder zusammen mit den Fahrrädern die Schuttberge hinuntergerast sei (»Ich hatte ständig kaputte Knie«).

Aufgewachsen sei sie in einem offenen, geselligen Zuhause. Ihre Eltern beschreibt sie als »positiv und dem Leben zugewandt, integer, fromm und hilfsbereit«. Sie hätten ihr einen für ihre Arbeit wichtigen Wert mitgegeben: sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. »Gerade in der Politik wimmelt es von Wichtigtuern, die sich in ihrer Rolle verlieren. Dabei ist alles nur geliehene Macht.«

»Als ich das Abi mit einem Schnitt von 3,0 bestanden hatte, war das für mich und meine Eltern ein Tag der Befreiung«

Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Auch ihre Schlagfertigkeit habe sie in die Wiege gelegt bekommen – und früh ausgelebt, auch in der Schule (»alles, was eng vorgegeben war, fand ich schrecklich«), wo sie sich mit Lehrern angelegt und viele blaue Briefe mit nach Hause gebracht habe: »Als ich das Abi mit einem Schnitt von 3,0 bestanden hatte, war das für mich und meine Eltern ein Tag der Befreiung.«

sak
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