Marie-Luise Marjan über das Aus der Kultserie Mutter Beimer vermisst die "Lindenstraße"

Im März lief nach 34 Jahren die letzte Folge "Lindenstraße". Marie-Luise Marjan, die von Anfang an Helga Beimer spielte, bedauert das Aus - und erzählt, wie die Serie sogar ihre Schlafzimmereinrichtung prägt.
Marie-Luise Marjan im März: "Wir konnten uns gar nicht alle richtig voneinander verabschieden"

Marie-Luise Marjan im März: "Wir konnten uns gar nicht alle richtig voneinander verabschieden"

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Lucas Bäuml/ dpa

Mehr als 34 Jahre lang spielte Marie-Luise Marjan die Rolle der Mutter Helga Beimer in der "Lindenstraße", im März lief die letzte Folge der ARD-Dauerserie. Zwar war das Ende lange vorher angekündigt, aber das persönliche Abschiedsfest musste wegen der Beschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie ausfallen. "Das ist wirklich sehr traurig", sagte Marjan nun der Nachrichtenagentur dpa. "Wir konnten uns gar nicht alle richtig voneinander verabschieden."

Ganz abgeschlossen hat sie mit der "Lindenstraße" aber noch nicht. "Um mein Bett herum stehen immer noch Drehbücher, an der Wand hängen noch die Stablisten" mit den Namen der Filmcrew, erzählte sie. "Eigentlich merke ich erst jetzt, mit ein paar Monaten Abstand, wie viel mir fehlt."

Langweilig sei es ihr seitdem jedoch nicht geworden. "Ich genieße es, mir den Tag selbst einzuteilen und zu strukturieren", sagte Marjan, die am Sonntag 80 Jahre alt wird. "Ich räume in der Wohnung auf, gehe spazieren und fahre gerne Rad" - zum Beispiel entlang des Rheins in Köln, wo sie überwiegend lebt. Während der Corona-Beschränkungen habe ihr am meisten der regelmäßige Schwimmbad-Besuch gefehlt. "Das Schwimmen habe ich sehr vermisst, weil ich normalerweise einmal pro Woche gehe."

Beruflich lagen mögliche Engagements in den vergangenen Monaten wegen der Coronavirus-Pandemie brach. "Das macht aber nichts, ich möchte sowieso erst einmal Zeit für mich haben", sagt Marjan. Zur Ruhe setzen will sie sich aber nicht. "Ich habe Angebote von mehreren Theatern, und auch beim Fernsehen ist etwas in Aussicht." Spruchreif sei allerdings noch nichts, momentan sei eben auch wenig planbar.

"Man gab nie mehr aus, als man hatte"

Marjan wollte schon als Kind Schauspielerin werden. Nach dem Besuch der Staatlichen Musikhochschule Hamburg arbeitete sie gut 20 Jahre am Theater und spielte in einer Reihe von TV-Filmen mit - hauptsächlich Mutterrollen, etwa als Elvira Rykalla in Wolfgang Petersens "Smog" (1973). Die Helga Beimer, die sie seit 1985 mimte, war bereits ihre 25. Mutterrolle.

Aufgewachsen ist die in Essen geborene Marjan bei Adoptiveltern in Hattingen an der Ruhr - "sehr bürgerlich", wie sie sagt. "Man gab nie mehr aus, als man hatte. Das habe ich verinnerlicht."

Später lernte sie auch ihre leibliche Mutter kennen. Erst 2007 erfuhr sie durch eine TV-Sendung, wer ihr leiblicher Vater war und dass sie noch einen Halbbruder hat. "Ich habe einen engen Kontakt zu ihm. Einmal im Jahr machen wir ein großes Familientreffen." Sie hoffe, dass es auch diesen Herbst trotz der Coronakrise stattfinden werde.

kko/dpa
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