Vorwurf der Tyrannei Ex-Praktikantin verklagt Firma der Olsen-Zwillinge

50-Stunden-Woche, mieser Umgangston, keine Bezahlung - aber dafür ein Krankenhausaufenthalt: So schildert eine Jungdesignerin ihr Praktikum beim Modelabel der Zwillinge Mary-Kate und Ashley Olsen. Jetzt landet der Fall vor Gericht.

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Es klingt wie ein Horrorpraktikum. Shahista Lalani hat eigenen Angaben zufolge fünf Monate lang für die Firma der Zwillinge Mary-Kate und Ashley Olsen gearbeitet. Sie verbrachte dort offenbar 50 Stunden pro Woche, sollte private Aufträge für die Angestellten erledigen, kopieren, Tabellen ausfüllen - und das alles für lau.

Zwischenzeitlich musste Lalani sogar im Krankenhaus behandelt werden, so schildert es die Nachwuchsdesignerin der "New York Post". Sie sei dehydriert gewesen. Die Arbeit unter der Chefdesignerin des Olsen-Modelabels The Row sei quälend gewesen. "Sie war sehr fordernd. Ich habe die Arbeit für drei Praktikanten erledigt." Selbst nachts habe sie noch E-Mails geschrieben.

Geht es nach Lalani, soll das Erlebnis nun juristische Konsequenzen haben. Sie hat in New York eine Klage gegen die Dualstar Entertainment Group eingereicht, die Mutterfirma des Olsen-Modelabels The Row. Wie unter anderem "New York Daily News" berichtet, werden sich wohl rund 40 weitere aktuelle und ehemalige Praktikanten anschließen.

In der Klage heißt es, die Praktikanten hätten einen Mindestlohn erhalten müssen, da sie ähnliche Aufgaben wie die festangestellten Mitarbeiter erledigten. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sie würden jeder Grundlage entbehren, heißt es in einer Erklärung von Sprecherin Annett Wolf, aus der "USA Today" zitiert. "Dualstar wird sich vor Gericht energisch gegen die Vorwürfe verteidigen, nicht in den Medien."

Die Olsen-Zwillinge sind heute 29 Jahre alt. Bekannt wurden sie schon als Babys in der TV-Serie "Full House". Anfang der Neunzigerjahre wurde die Firma Dualstar gegründet, um die Zwillinge zu vermarkten. An ihrem 18. Geburtstag übernahmen Mary-Kate und Ashley Olsen die Unternehmensführung. Inzwischen werden unter ihrem Namen auch Parfums, Kosmetikartikel, Bücher, Spielzeug und Möbel verkauft.

2006 gründeten die Frauen das Luxuslabel The Row. Sechs Jahre später wurden sie vom Council of Fashion Designers of America zu den Designerinnen des Jahres gekürt.

aar



insgesamt 47 Beiträge
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hektor2 12.08.2015
1. Wild
50 Std./Woche finde ich jetzt nicht übertrieben viel.
nadennmallos 12.08.2015
2. Das ist die Masche vieler bekannter Firmen, bzw. Agenturen ...
... und die vielen jungen Werber, frischgebackene Designeinsteiger, angehende Marketingspezialisten und "was weiß ich noch alles", sind schon vom FirmenLabel halb besoffen vor Ehre und Glück und checken gar nicht erst die Lage ab. Sie wähnen sich dann in dem Glauben, dass sie bei einem Großen gearbeitet haben, der ihnen das Tor in die große, weite Werbewelt öffnet. Naja, stimmt ja auch, denn nach dem Praktikum wissen die Jungs und Mädels was Sache ist: Hart und knackig wird der Weg. Fairness kommt unter ferner liefen. Dennoch: No risk no fun, manchmal macht's auch Spaß.
BorisBombastic 12.08.2015
3. Generation Praktikanten
60 Stundenwochen im Designermetier der Modebranche und Ready to Wear sind nicht ungewöhnlich, gegen NULL Bezahlung. Im Gegenteil Donatella Versace versteigerte Praktikatenplätze gegen 20.000 USD http://top.de/news/4gR-luxus-praktikum-versace-donatella-versace-versteigert-mode-job
MatthiasPetersbach 12.08.2015
4.
Zitat von hektor250 Std./Woche finde ich jetzt nicht übertrieben viel.
…...ohne Kohle aber doch.
ikarus79 12.08.2015
5. Ach was hektor2
50 Stunden pro Woche für lau zu arbeiten fänden sie ok! Na dann: Ich bräuchte jemanden, der bei mir zu Hause putzt, wäscht, einkauft, Steuererklärung macht, Rasen mäht....50 Stunden krieg ich voll. Wann wollen sie anfangen?
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