Matthias Maurer über die Vorteile von Waschlappen Nach der Dusche musste er sich übergeben

Astronaut Matthias Maurer hat sich auf der ISS fast sechs Monate lang mit einem feuchten Tuch gewaschen. Diese Art der Reinigung empfand er als entspannend – die erste Dusche auf der Erde war ein Schock.
Matthias Maurer: »Das Prasseln der Wassertropfen auf Kopf und Körper empfand ich fast schon als Überstimulierung«

Matthias Maurer: »Das Prasseln der Wassertropfen auf Kopf und Körper empfand ich fast schon als Überstimulierung«

Foto: Harald Tittel / dpa

Vor Kurzem rief Winfried Kretschmann dazu auf, den Waschlappen öfter zu benutzen, um Wasser und Energie zu sparen.

Astronaut Matthias Maurer, 52, weiß genau, wie es sich anfühlt, sich monatelang nur mit wenig Wasser zu waschen. Maurer umrundete von November 2021 bis Mai 2022 die Erde in der Internationalen Raumstation ISS. Dort gibt es zwar viele moderne Forschungsplätze – aber keine Dusche.

Rund sechs Monate lang konnte der Saarländer deswegen nicht duschen und musste stattdessen ein Tuch benutzen. Die Körperhygiene in der Schwerelosigkeit sei trotzdem recht entspannend gewesen, sagte Maurer der Nachrichtenagentur dpa. »Aufgrund der fehlenden Schwerkraft läuft das Wasser nicht nach unten, sondern benetzt den Körper mit einem dünnen Film«, sagte er. Dann greife man zur Seife oder einem seifehaltigen Tuch. »Das ist so ähnlich wie mit einem Waschlappen.« Der Wasserfilm werde mit einem Handtuch abgerubbelt.

DER SPIEGEL

Auf die erste Dusche nach seinem Einsatz hatte sich Maurer gefreut. Er wurde allerdings enttäuscht: Sein Gleichgewichtsorgan habe zwei Stunden nach der Landung noch sehr mit der Schwerkraft gekämpft. »Das Prasseln der Wassertropfen auf Kopf und Körper empfand ich fast schon als Überstimulierung.«

Maurer musste sich nach der Dusche übergeben, im Weltraum war es ihm nie so schlecht geworden. »Danach ging es mir aber gleich besser.«

kha/dpa
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