Max Herre über junge Vorbilder Und Greta sitzt mit am Küchentisch

"Das ist wichtig und inspirierend für uns alle": Rapper Max Herre nimmt eine Politisierung in seiner Familie wahr - und freut sich darüber. An Berufspolitiker richtet er indirekt einen Appell.

Max Herre: "Politiker waren ja auch mal junge Leute"
Christoph Soeder/DPA

Max Herre: "Politiker waren ja auch mal junge Leute"


Die Klimakrise und der Rechtsruck führen zu einer Politisierung in Deutschland - und davon sind auch Prominente augenscheinlich nicht ausgenommen. So jedenfalls ließe sich erklären, warum Max Herre binnen weniger Tage diese Themen kommentiert - und zwar mit teils deutlichen Worten.

Jetzt machte der Musiker publik, dass die Klimaaktivistin Greta Thunberg auch bei ihm zu Hause am Küchentisch ein Thema sei. Es habe Diskussionen über die 16 Jahre alte Schwedin gegeben, die mit ihrem Protest eine weltweite Bewegung für den Klimaschutz auslöste, sagte der 46-Jährige.

"Ich glaube, dass es interessant ist und toll ist, dass es immer wieder diese Menschen gibt, die es schaffen, andere Leute so zu inspirieren." Thunberg sei mit einer Agenda gestartet, "aber bestimmt nicht der Agenda, ein populäres Mädchen zu werden, das so und so viele Anhänger hat, sondern mit einer Agenda für eine Sache. Und wenn jemand damit durchkommt, und so ein leuchtendes Beispiel wird, dann ist das wichtig und inspirierend für uns alle."

"Das finde ich eigentlich sehr heilsam"

Es sei keine Zeit mehr, der Debatte über die Klimakrise auszuweichen: Er glaube, dass alle sich Fragen gefallen lassen müssten - "über unser Leben, über unseren Lebensstil, über das System, in dem wir leben und uns eingerichtet haben und es uns bequem gemacht haben."

Das gelte auch für die, die handeln müssten. "Politiker waren ja auch mal junge Leute, die irgendwie aus aktivistischen Überlegungen in die Politik gegangen sind." Sicher fühlten sich auch viele an den eigenen Idealismus erinnert, der sie dazu gebracht hätte, Politiker zu werden. "Und das finde ich eigentlich sehr heilsam."

Erst Anfang der Woche hatte Herre sich besorgt über das Erstarken rechtsradikaler Tendenzen gezeigt. "Es gab immer Rassisten und Nationalisten und rechte Menschen", sagte der Rapper. "Aber es gibt eben inzwischen eine Partei, die im Bundestag sitzt, unter deren Schirm - zumindest deren rechtem Flügel - sich Menschen sammeln können mit der Gesinnung." Explizit nannte der frühere Freundeskreis-Frontmann die AfD nicht.

Dass Menschen mit rechtsextremen Anschauungen heute in Entscheiderpositionen säßen, "ist die Dimension, die so gefährlich daran ist und die auch diese Parallele zulässt zur Weimarer Republik". Er glaube, "dass da eine Mechanik dahinter ist, die viel größer ist und auch ein gesellschaftlicher Nährboden, der das erzeugt, der immanenter ist, als das mancherorts gesagt wird."

mxw/dpa



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Thomas Magnum 07.11.2019
1.
Appell, nicht Appel.
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