Maxfield-Pleite Franjo Pooth räumt Bestechung ein

TV-Geräte gegen Gefälligkeiten: Der Ehemann von Werbe-Ikone Verona Pooth soll illegale Schenkungen an Sparkassen-Manager zugegeben haben - angeblich weil diese ihm gedroht haben, den Geldhahn zuzudrehen.


Düsseldorf - Das Geständnis ließ Franjo Pooth über seine Anwälte ausrichten. Strafverteidiger Christian Richter und Johannes Latz bestätigten gegenüber "Focus", es sei zutreffend, dass die Firma ihres Mandanten Fernseher "an Vorstände und Mitarbeiter" des Kreditinstitutes geliefert hätten "und eine Rechnungslegung erst nach Beginn der Ermittlungen erfolgte".

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen den 38 Jahre alten Geschäftsmann wegen des Verdachts der Bestechung und der Insolvenzverschleppung. Der ehemalige Chef des Unternehmens Maxfield und Ehemann der TV-Moderatorin Verona Pooth soll Mitarbeitern und Managern der Düsseldorfer Stadtsparkasse im Zusammenhang mit der Gewährung eines Kredits über 9,2 Millionen Euro TV-Flachbildschirme geschenkt haben.

SPIEGEL TV liegt eine eidesstattliche Versicherung vor, dass ein Angestellter Pooths einen Flachbildschirm im Privathaus des Managers installiert hat.

"Focus" zufolge erklärte Pooth, er sei zu den illegalen Schenkungen gezwungen worden. Sparkassen-Manager Karl-Heinz Stiegemann habe ihn unter Druck gesetzt. In einem Schriftsatz seiner Anwälte, das an die Staatsanwaltschaft ging, soll Pooth erklärt haben, der Banker habe ungeduldig auf die Lieferung eines TV-Geräts von "Bang & Olufsen" im Wert von 9000 Euro gedrängt. Stiegemann soll gedroht haben: "Wenn das nicht schneller klappt, dann dauert es bei euren Anträgen auch länger." Als Stiegemann das wertvolle TV-Gerät in Besitz genommen habe, habe er deutlich gemacht: "Die Rechnung hat aber bei Maxfield zu bleiben." Der Verteidiger Stiegemanns wollte die Vorwürfe bislang nicht kommentieren.

Pooths Anwälte geben an, ihr Mandant habe in dieser Sache mitmachen müssen, "sonst hätte man ihm den Geldhahn zugedreht". Der Vorwurf der Insolvenzverschleppung wird von den Juristen als "nicht stichhaltig" zurückgewiesen. Von der Sparkasse entsandte Wirtschaftsprüfer hätten Pooth und seine Partner mit dem Hinweis beruhigt, ein Gang zum Insolvenzgericht sei nicht nötig. Die Firma verfüge über ausreichendes wirtschaftliches Potential. Auf diese Auskunft habe sich Pooth verlassen.

Bei der Stadtsparkasse führte der Fall bereits zu personellen Konsequenzen. Der Verwaltungsrat beschloss die Entlassung des Düsseldorfer Sparkassen-Chefs Heinz-Martin Humme sowie die Entlassung von Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann.

dek



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