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Megaloh Keine Bitches mehr

aus DER SPIEGEL 28/2021
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Universal Music

Seit die Influencerin Nika Irani den deutschen Rap-Star Samra der Vergewaltigung beschuldigt hat, gibt es eine neue #MeToo-Debatte. Samra wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, seinerseits die Staatsanwaltschaft einschalten zu wollen. Nun hat sich der Top-TenRapper Megaloh, bürgerlich Uchenna van Capelleveen, dem SPIEGEL gegenüber zu Sexismus und Gewalt gegen Frauen geäußert. »Deutschrap ist nicht frauenfeindlicher als die Gesellschaft«, sagt der 40-Jährige, dessen neues Album »21« Mitte August erscheint. Das Problem betreffe nicht nur die Hip-Hop-Kultur, sondern liege tiefer. Er spricht von einem veralteten Männlichkeitsbild, das sich trotz eines neuen weiblichen Selbstbewusstseins auch in der deutschen Rap-Szene zeige – die zudem immer noch »extrem männerdominiert« und in der Vergangenheit nicht selbstkritisch genug gewesen sei. »In den Kreisen, in denen ich früher verkehrt habe, wurde nie irgendwas gegen den Willen einer Frau entschieden«, sagt van Capelleveen. »Trotzdem herrschte dieses Bild vor.« Dennoch seien Frauen zu Objekten degradiert worden. Der Rapper, der früher selbst über »Bitches« gerappt hat, blickt inzwischen, vor allem seit er Vater ist, anders auf die eigenen Texte: »Was bedeuten die für das Kind? Wie sieht es dann die Welt? Etwa so, dass alle Frauen dem Mann zu Füßen liegen? Bloß nicht.«

skr
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