Rechtsstreit mit Boulevardblatt Herzogin Meghan will Namen von Freundinnen geheim halten

Fünf Freundinnen hatten einem britischen Magazin über Herzogin Meghan berichtet - anonym. Nun droht die "Mail on Sunday" angeblich, ihre Namen zu veröffentlichen. Meghan sorgt sich um das Wohlergehen der Frauen.
Herzogin Meghan sorgt sich um das "emotionale und psychische Wohlergehen" ihrer Freundinnen (Archivfoto)

Herzogin Meghan sorgt sich um das "emotionale und psychische Wohlergehen" ihrer Freundinnen (Archivfoto)

Foto: Mark Large/ dpa

Mit ihrem Rückzug aus dem britischen Königshaus wollte Herzogin Meghan auch die britische Regenbogenpresse hinter sich lassen. Man werde eine Politik des "Null-Engagements" verfolgen, hatten sie und ihr Mann, Prinz Harry, im April in einem Schreiben an mehrere Boulevardzeitungen verkündet. Eine Klage gegen den Verlag der "Mail on Sunday" beschäftigt Meghan jedoch weiterhin.

Mit einem Antrag bei Gericht in London will die 38-Jährige nun erwirken, dass die Namen von fünf ihrer Freundinnen unter Verschluss gehalten werden müssen. Das berichtet unter anderem der "Guardian " unter Berufung auf entsprechende Gerichtsunterlagen. Die Frauen hatten im vergangenen Jahr dem "People Magazine" ein Interview gegeben. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen wurde die Herzogin darin als fürsorglich und bodenständig dargestellt.

DER SPIEGEL

Die "Mail on Sunday" habe damit gedroht, die Namen der Frauen zu veröffentlichen, die laut "People Magazine" zum engsten Kreis der Herzogin gehören, hieß es in dem Schreiben. Meghan fürchte daher um das "emotionale und psychische Wohlergehen" ihrer Freundinnen. "Jede dieser Frauen ist eine Privatperson, junge Mutter und jede hat das Grundrecht auf Privatsphäre", sagte Meghan.

Streit um Veröffentlichung von Brief an Meghans Vater

Die Herzogin liefert sich mit dem Verlag Associated Newspapers eine juristische Auseinandersetzung, in der es um Auszüge aus einem handschriftlichen Brief geht, den sie ihrem Vater Thomas Markle im August 2018 geschrieben hatte. Diese wurden in der "Mail on Sunday" veröffentlicht. Meghans Vater hatte den Brief nach eigenen Angaben selbst an die Boulevardzeitung weitergegeben, weil er sich durch das Interview der Freundinnen im "People Magazine" in ein schlechtes Licht gerückt fühlte.

Die "Mail on Sunday" rechtfertigt die Veröffentlichung der Briefauszüge laut der Nachrichtenagentur Reuters damit, dass die Freundinnen ihre Sicht der Dinge im "People Magazine" dargestellt hätten. Meghan habe das Interview zudem offenbar abgesegnet und damit selbst die Öffentlichkeit in der Sache gesucht. Meghan fühlt sich hingegen in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Sie gibt an, von der Initiative ihrer Freundinnen nichts gewusst haben.

Meghan hatte im Zusammenhang mit dem Prozess zuletzt auch das britische Königshaus kritisiert. Sie beklagte fehlende Rückendeckung durch die Royals angesichts "falscher und schädigender" Medienberichte während ihrer Schwangerschaft. Die "königliche Institution" habe sie nicht vor den Anschuldigungen geschützt und es sei ihr auch "verboten" worden, "sich zu verteidigen", heißt es in Gerichtsdokumenten.

Nach der Abgabe ihrer royalen Pflichten Ende März hatten Meghan, Harry und ihr gemeinsamer Sohn Archie ihren Lebensmittelpunkt von England nach Los Angeles verlegt.

fek/dpa/Reuters
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