Biografie über First Lady Die Powerfrau Melania Trump

Die First Lady, ein Mysterium? Eine neue Biografie über Melanie Trump erregt großes Aufsehen - auch weil die Autorin darin das Bild einer äußerst einflussreichen Frau im Weißen Haus zeichnet.

Melania Trump, staunend, im Weißen Haus
ZUMA Press/ imago images

Melania Trump, staunend, im Weißen Haus


Wahrscheinlich ist sie von allen Frauen, die in den vergangenen Jahrzehnten die Rolle der First Lady der USA ausfüllten, diejenige, über die man am wenigsten weiß: Melania Trump.

Eine nicht autorisierte Biografie, die jetzt in den USA erschienen ist, beleuchtet das Leben der Ehefrau von US-Präsident Donald Trump. Tenor des Buches: Melania Trump hat viel mehr Einfluss auf ihren Mann als allgemein angenommen. Sie kommuniziere bewusst über ihre Kleidung und habe ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Stieftochter Ivanka.

Autorin von "Free, Melania" ist die Kate Bennett vom Nachrichtensender CNN - mit dem Präsident Trump auf Kriegsfuß steht.

Die First Lady präsentiert den neuen Weihnachtsschmuck im Weißen Haus
ZUMA Press/ imago images

Die First Lady präsentiert den neuen Weihnachtsschmuck im Weißen Haus

Während Melania Trump in der Öffentlichkeit häufig belächelt wird, schreibt ihr Autorin Bennett einen großen Einfluss im Weißen Haus zu. Das aus Slowenien stammende Ex-Model sei mit Blick auf ihren Mann "viel mächtiger und einflussreicher" als in der Öffentlichkeit bekannt. Bennett schreibt, dass Trumps dritte Ehefrau im vergangenen Jahr dafür sorgte, dass die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel ihren Posten verlor, nachdem diese mit der First Lady auf einer Afrika-Reise aneinandergeraten waren.

Die Biografie erwähnt auch, dass das Ehepaar Trump im Weißen Haus angeblich getrennte Schlafzimmer hat. Die Präsidentengattin lebt demnach in einer Suite mit zwei Zimmern in einem Stockwerk über dem Schlafzimmer des Präsidenten. Sie verfüge außerdem über einen eigenen Fitnessraum.

Botschaft an Ivanka?

Melania spreche zwar nur selten in der Öffentlichkeit, so Bennett, sie drücke sich aber durch ihre bewusst gewählte Kleidung aus. Diese Methode löst bisweilen jedoch auch Verwirrung und Missverständnisse aus: So trug die First Lady im vergangenen Jahr beim Besuch eines Heims für Migrantenkinder an der Grenze zu Mexiko eine Jacke mit dem Aufdruck "Es ist mir wirklich egal. Und Dir?".

Melania Trump im Juli 2018 in Maryland: Empörende Botschaften
MANDEL NGAN/ AFP

Melania Trump im Juli 2018 in Maryland: Empörende Botschaften

Einige sahen darin ein Zeichen der Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern, andere eine Kritik an der Einwanderungspolitik ihres Mannes, wieder andere eine trotzige Botschaft an die Presse. Glaubt man Bennett, ging es aber um etwas ganz anderes: Demnach handelte es sich um eine Botschaft an ihre Stieftochter Ivanka, der Melania manchmal vorwirft, sich wie eine First Lady aufzuführen.

Der Biografie zufolge trägt die Präsidentengattin zudem Hosenanzüge, wenn sie sauer auf ihren Mann ist - weil der Präsident gerne Frauen in "engen, kurzen, supersexy und weiblichen Kleidern" sehe.

"Falsche Details und Meinungen"?

Melanie Trump selbst ist von der Biografie offenkundig wenig angetan. "Frau Trump ist überrascht über Kate Bennetts Bericht", heißt es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses, aus dem der "Guardian" zitiert. "Es enthält leider viele falsche Details und Meinungen, die zeigen, dass Frau Bennett mit vielen anonym gebliebenen Menschen sprach, die Frau Trump nicht kennen."

Dabei kommt Melanie Trump in der Biografie keineswegs nur schlecht davon: Bennett zeigt in dem Buch Sympathie für die First Lady - und wendet sich auch dagegen, Melania als Opfer ihres Mannes anzusehen.

Die 49-Jährige wird häufig als Gefangene im Weißen Haus geschildert, daher auch das Meme "Free Melania" (Befreit Melania). Die Biografie "Free, Melania" deutet diese Formulierung mit einem zusätzlichen Komma um - und würdigt Melania als freie Frau: "Sie braucht keinerlei Befreiung", betont Bennett.

one/mxw/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
quark4@mailinator.com 03.12.2019
1.
Gewählt wird eine Person, also der Präsident, oder irgendwann eine Präsidentin. Der jeweilige Ehepartner hat keinerlei Legitimation, sich über das Amt seines Partners politisch zu profilieren und so eine Art eigenes politisches Amt zu erzeugen. Insofern habe ich die Auftritte der letzten Generationen First Ladies immer kritisch gesehen. Ich glaube, die letzte "normale" war Nancy Reagan. Worauf ich raus will: Es ist völlig legitim, wenn ein Präsidentenpartner eben privat bleiben will. Ich fand es immer ungehörig von der Presse, M. Trump irgendwie in etwas hineinziehen zu wollen. Sie kann versuchen, einfach weiter ihr Leben zu leben, ohne politische Ambitionen. Und niemand sollte ihr daraus einen Strick drehen. Meine Interpretation von "I really don't care, do you ?" war eigentlich immer "Es interessiert mich nicht, was Fremde von mir erwarten, interessiert es Dich ?".
stefanschultze1 04.12.2019
2. @quark4@mailinator.com
Ja Nancy Reagan war toll. Ihr lieber Mann hat die Steuer der Superreichen von 70% auf 28% gesenkt und seitdem gehen die USA den Bach runter und produzieren Präsidenten wie Trump. Und der liebe Reagan hat auch ordentlich viele nette Boembchen gebaut auf denen die USA heute noch rumsitzen.
quark4@mailinator.com 04.12.2019
3.
Zitat von stefanschultze1Ja Nancy Reagan war toll. Ihr lieber Mann hat die Steuer der Superreichen von 70% auf 28% gesenkt und seitdem gehen die USA den Bach runter und produzieren Präsidenten wie Trump. Und der liebe Reagan hat auch ordentlich viele nette Boembchen gebaut auf denen die USA heute noch rumsitzen.
Reagan, sein SDI etc. können mir gestohlen bleiben. Aber genau das ist eben der Punkt - es war SEINE Politik, nicht die seiner Frau. Und die wäre gar nicht demokratisch legitimiert, über die persönliche Schiene in seine Arbeit reinzupfuschen. Das ist eben genau mein Punkt. Von mir aus können wir ja in Zukunft gern Ehepaare als Kanzler oder US-Präsidenten vereidigen, aber im Moment wird genau eine Person gewählt. Wäre mMn. gut, wenn diese dann den Job auch machen würde. Der Partner sollte die Chance haben, sein eigenes Leben weiterzuleben und eben nicht rumgeschleppt werden.
zia-zaruba 05.12.2019
4. wenn das stimmt, dass
sie so einen großen Einfluss auf ihren Mann hat, ist das eher ein Nachteil für sie als ein Pluspunkt. Ist sie womöglich die Ursache für seine Super Tätigkeiten ? Na dann.
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