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17. Oktober 2018, 14:18 Uhr

Umstrittenes Musikvideo

Melania-Trump-Double nackt im Oval Office

Ein strippendes Melania-Trump-Double als Kritik am US-Präsidenten? Rapper T.I. hat ein umstrittenes Video veröffentlicht. Die Reaktion aus dem Weißen Haus fiel eindeutig aus.

Eine Frau, die sehr an Melania Trump erinnert, betritt das Oval Office im Weißen Haus, lässt die Jacke fallen und steigt nackt auf den Schreibtisch. Bei dem Mann, der vor ihr sitzt, handelt es sich jedoch nicht um den US-Präsidenten, sondern um den Rapper T.I.: Der 38-Jährige hat mit einem kurzen Video eine Kontroverse ausgelöst.

T.I. postete den Clip auf Twitter - eine Werbeaktion für sein neues Album "Dime Trap". Gleichzeitig will er es offenbar als Kritik an Donald Trump verstanden wissen: "Lieber 45, ich bin nicht Kanye" schrieb er zu dem Video. Eine Anspielung auf Musiker-Kollegen Kanye West, der als Unterstützer des Präsidenten bekannt ist. "Sie wissen, dass ich Sie liebe", sagte der Rapper kürzlich bei einem Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus.

Auch andere Aspekte im Video machen deutlich, dass die Frau in dem Video die First Lady darstellen soll. Der olivfarbene Parka, dem sie sich entledigt, ist eine Kopie der Jacke mit der Melania Trump im Juni bei dem Besuch eines Heims für Flüchtlingskinder Aufsehen erregte. Der Grund dafür war der Slogan, der auf dem Rücken prangte: "Ist mir echt egal, euch auch?"

Eine Reaktion aus dem Weißen Haus auf das Video ließ nicht lange auf sich warten. Stephanie Grisham, die Sprecherin der First Lady, nannte es auf Twitter "ekelhaft" und rief zum Boykott T.I.s auf. "Wie kann das akzeptabel sein?" schrieb sie.

Auch andere kritisieren den Clip mit dem nackten Melania-Trump-Double. Im Magazin "Esquire" schreibt Matt Miller in einem Kommentar: "Die Kritik von Melania als Schlampe ist zweifellos ein rückschrittlicher und fauler Weg, um gegen Trumps Politik und die Gleichgültigkeit der First Lady zu protestieren."

T.I. hatte sich schon vor der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten als deutlicher Gegner des heute 72-Jährigen gezeigt. Allerdings hatte er auch mit fragwürdigen Äußerungen zu Frauen in der Politik auf sich aufmerksam gemacht. Unter anderem sagte er in einem Interview, er könne nicht für eine Frau als Führerin der freien Welt stimmen, weil Frauen "übereilte, emotionale Entscheidungen treffen". Später bat er dafür um Entschuldigung.

bbr

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