Michael B. Jordans Appell an Hollywood "Investiert in schwarze Mitarbeiter"

Schwarze bekommen laut Schauspieler Michael B. Jordan in Hollywood zu wenige Jobs. Er fordert von den Agenturen, mehr auf Diversität zu achten – und ermutigt Demonstranten, weiter für Veränderungen zu kämpfen.
Michael B. Jordan beim Filmfestival in Cannes 2018

Michael B. Jordan beim Filmfestival in Cannes 2018

Foto: LOIC VENANCE/ AFP

Seit Tagen gehen in den USA Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. Auch viele Prominente schlossen sich den Demonstranten an. So auch Schauspieler Michael B. Jordan ("Fahrenheit 451" und "Just Mercy"). In Los Angeles ergriff er als Redner das Wort - und richtete seinen Appell an die Arbeitgeber in der Unterhaltungsindustrie. Das berichtet das US-Magazin "Hollywood Reporter" .

Demnach rief der 33-Jährige vor allem Filmstudios und Künstleragenturen dazu auf, mehr auf Diversität zu achten: "Investiert in schwarze Mitarbeiter", sagte er dem Magazin zufolge den versammelten Menschen. Es sei an der Zeit, dass mehr Schwarze engagiert würden.

"Nicht nachlässig werden"

Zudem machte er den Demonstranten Mut: "Was wir heute tun, wird unseren Werten und unseren Stimmen Gehör verschaffen." Man dürfe nicht nachlässig werden, dieser Moment dürfe nicht einfach verstreichen, "wir müssen weiterhin unseren Fuß auf ihre Nacken setzen".

Damit spielt er auf George Floyd an, der am 25. Mai in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz getötet worden war. Ein weißer Polizist drückte dem 46-Jährigen bei seiner Festnahme minutenlang das Knie auf den Nacken, obwohl er wiederholt sagte, er bekomme keine Luft mehr. Floyds Tod war Auslöser für Proteste gegen Rassismus auf der ganzen Welt. Allein in Washington gingen am Wochenende Zehntausende Menschen auf die Straße.

Michael B. Jordan berichtete in seiner Rede zudem, dass auch seine bisherigen Filmrollen ihn über Ungerechtigkeit in der Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen hätten nachdenken lassen.

In dem Film "Nächster Halt: Fruitvale Station" aus dem Jahr 2014 spielte er die Hauptrolle - einen 22-jährigen Afroamerikaner namens Oscar Grant, der 2009 von einem Polizisten erschossen wurde. Jordan habe darüber die Gelegenheit bekommen, "den Schmerz seiner Familie, seiner Tochter, seiner Mutter zu spüren". Das laste noch heute auf ihm.

Als er in dem Film "Fahrenheit 451", der eine postfaktische Welt imaginiert, einen Feuerwehrmann spielte, der sich einer Revolution anschloss, sei ihm auch etwas bewusst geworden: "Mir wurde klar, wie weit die Regierung und die Unterdrücker gehen werden, um Wissen von euch fernzuhalten."

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