Michael Douglas im TV-Interview "Ich habe den Tumor besiegt"

Der an Kehlkopfkrebs erkrankte US-Schauspieler Michael Douglas ist offenbar genesen. In einem Fernsehinterview erklärte er, dass der Tumor verschwunden sei. Die Freude in der Familie ist groß, das Fazit nüchtern: "Es war kein Spaß. Ist es bis heute nicht."

REUTERS

New York - "Nach allem, was ich über diese besondere Krebsart weiß, habe ich den Tumor besiegt", sagte Michael Douglas dem Moderator Matt Lauer in einem Gespräch, das am heutigen Dienstag vom US-Sender NBC ausgestrahlt wird. Noch immer blass und sichtlich angeschlagen, aber bester Laune, präsentierte sich der 66-Jährige in Jeans, grauem Jackett und rotem Rollkragenpullover in der Sendung "Today".

Es gebe keinen Grund, "total euphorisch" zu sein, schränkte Douglas ein. Man müsse einige Monate abwarten, um ganz sicher zu sein. Er müsse ab jetzt alle vier Wochen zur Kontrolluntersuchung, erklärte der Schauspieler in seinem ersten TV-Interview seit Bekanntwerden der Krebstherapie: "Es waren turbulente sechs Monate."

Die Erfahrung habe ihn dazu gebracht, die Endlichkeit der Zeit schätzen zu lernen, sagte der Oscar-Preisträger. "Ich habe jetzt einen Zeitplan in meinem Leben." Douglas ist 66 Jahre alt, seine Mutter 87, der berühmte Vater und Kollege Kirk 94. "Ich habe ein gutes Gefühl mit diesen Genen", erklärte der Mime ("Wall Street: Geld schläft nicht") Dennoch mache er sich nichts vor: "Dies ist definitiv der dritte Akt. Und deshalb geht man ein bisschen bewusster mit Zeit um, überlegt sich wie man sie verbringt."

Fast 15 Kilogramm abgenommen

Im August 2010 hatte Douglas, der mit der Schauspielerin Catherine Zeta-Jones verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekanntgegeben, dass man bei ihm Kehlkopfkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert habe. Er unterzog sich einer Strahlen- und Chemotherapie und nahm fast 15 Kilogramm ab.

Viele Freunde und Bekannte hätten sich Sorgen um ihn gemacht, als sie Fotos von ihm aus dieser Zeit in den Medien sahen. Sein Vater sei für zehn Tage nach New York gekommen, um bei ihm zu sein. "Ich war total eingefallen", erinnert sich Douglas. "Ich glaube, er hat sich Sorgen gemacht. Das war auch kein Spaß. Ist es bis heute nicht." Noch immer würden ihm täglich Paparazzi auflauern, die Berichterstattung der Boulevardmedien während seiner Krankheit sei unerträglich gewesen. "Die hatten eine Art makaberen Spaß daran, mich dabei zu beobachten, wie es bergab geht."

Noch nicht einmal seine Kinder habe man rausgehalten. Die nahmen dem Schauspieler zufolge regen Anteil an seiner Krebsbehandlung. Manchmal habe er sie mit zur Strahlentherapie genommen. "In diesem Alter war das gut für sie. Sie fanden das cool. Und es hat sie ein bisschen für die Zeit entschädigt, in der ihr Vater immer auf dem Sofa lag und nicht aufstehen konnte." Nachdem klar war, dass der Tumor weg sei, sei die Erleichterung groß gewesen. "Wir haben in den letzten Tagen eine große Party gefeiert."

In dem Interview erklärt Douglas lachend, er habe bereits wieder über fünf Kilo zugenommen, indem er "wie ein Schwein gegessen" habe. "Bleiben noch neun bis elf Kilo", so die Kalkulation. Er betreibe jetzt Fitnesstraining, um Muskeln aufzubauen.

Die Erfahrung der Krankheit hat offenbar deutliche Spuren hinterlassen. "Die Zuneigung meiner Familie, meiner Freunde und der Fans hat mich so tief berührt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte."

ala

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