Michael Jackson Eine tragische Karriere

Bewegte Laufbahn, bewegtes Privatleben: Michael Jackson wurde zum "King of Pop" und verkaufte schätzungsweise mehr als 750 Millionen Platten. Doch es gab auch zahlreiche Skandale um den US-Musiker.


Hamburg - Den Titel "The King of Pop" verlieh sich Michael Jackson selbst. Dazu hatte er einst guten Grund. Mit "Thriller" brachte er 1982 das erfolgreichste Album aller Zeiten heraus, es wurde weltweit über hundert Millionen Mal verkauft. Sein Tanzstil, die Songs, Videos und Bühnenspektakel stellten die Pop-Welt in den achtziger Jahren auf den Kopf und brachten die Fans - vor allem die weiblichen - zum Rasen.

Doch die Krone des Königs setzte schon früh Rost an. Nach Missbrauchsvorwürfen und finanziellen Schwierigkeiten folgte dem Höhenflug ein jäher Absturz. Es war ein kläglicher Anblick, als der einstige Superstar im vergangenen Jahr in Begleitung seiner drei Kinder mit Gesichtsschutz, in Pantoffeln und Schlafanzughose in einem Rollstuhl in Las Vegas abgelichtet wurde. Immer wieder gab es Gerüchte über seinen fragilen Gesundheitszustand.

Als siebtes von neun Kindern 1958 im Schwarzen-Ghetto von Gary (US-Bundesstaat Indiana) geboren, war Jackson ein Kinderidol, noch bevor er in die Pubertät kam. Doch "Little Michael" im Afro-Look klagte später in TV-Interviews über seine "verlorene Kindheit". Unter Tränen sagte er einmal: "Ich wollte immer nur ein ganz normaler kleiner Junge sein. Aber das Schicksal hat es anders gewollt." Sein Vater, so Jackson, habe ihm "nie gesagt, dass er mich liebt".

Jacksons Superhits wie "Thriller", "Off the Wall", "Billie Jean", "Beat It", "Bad", "Dangerous", "HIStory" stürmten über Jahre hinweg die Charts. Aber das Image bekam Risse: abgesagte Konzerte, Zusammenbrüche auf der Bühne, bizarre Auftritte. Statt Musik produzierte "Whacko Jacko" (verrückter Jacko) zunehmend Schlagzeilen mit seiner Erscheinung. Spott und gutgemeinten Rat von Schönheitschirurgen brachte ihm seine "Bröckelnase" ein. Unbestätigten Schätzungen zufolge soll er sich 50 Eingriffen dieser Art unterzogen haben - darunter Hautaufhellungen, neun Gesichtskorrekturen und mehr als 20 Nasenoperationen. Jackson hatte große Angst vor ansteckenden Krankheiten und trug zum Schutz vor Viren und Bakterien häufig eine Maske vor dem Gesicht.

Über die zwei Ehen, erst mit Lisa Marie Presley, dann mit der Krankenschwester Debbie Rowe, der Mutter seiner beiden älteren Kinder, wurde viel spekuliert. Als "Jacko" in Berlin seinen damals neun Monate alten Sohn Prince Michael II über die Balkonbrüstung hielt und in der Luft baumeln ließ, zweifelten viele an seinem Verstand. Gleichzeitig wuchsen die Schulden - vor allem wegen des riesigen Anwesens Neverland in Kalifornien, das Jackson nach dem Nimmerland seiner geliebten Märchenfigur Peter Pan benannt und zu einen Tummelplatz für Kinder gemacht hatte.

Möglicherweise passierte dort mehr. 1993 behauptete ein 13-jähriger Junge, im Jackson-Schlafzimmer Opfer sexueller Annäherungen geworden zu sein. Der Star bestritt das konsequent, einigte sich aber schließlich mit der Familie des Jungen auf eine Abfindung in Millionenhöhe. Ähnliche Beschuldigungen eines Teenagers führten 2005 zu einem "Jahrhundertprozess", der mit einem Freispruch endete.

Für den Juli hatte der Sänger eine mit Spannung erwartete Comeback-Tournee geplant. Als hätte er bereits eine dunkle Vorahnung, sagte er bei der Ankündigung im März in London: "Das werden meine letzten Shows sein. Das wird es sein. Wenn ich sage, das ist es, dann meine ich wirklich, das ist es."

wit/Barbara Munker, dpa



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na-ria52 26.06.2009
1. Michael Jackson: Eine tragische Karriere Bewegte Laufbahn, bewegtes Privatleben: Mich
Schade das so ein begnadeter Künstler jetzt nach seinem Tod, durch sämtliche-negative Berichterstattung verrissen wird. Er war ein großer Künstler und hat eine bis zwei Generationen gelehrt, daß es auch andere und gute Musik gibt. Seine Performace auf der Bhne war sicherlich einzigartig- oder wo hat man sowas je gesehen? Skandal?! Es liegt nicht an uns den Privatmensch zu beurteilen. Michael Jackson hat der Musikwelt eine großes Erbe hinterlassen. Freuen wir uns, daß wir uns seine Songs und auch die Videos jederzeit ansehen können. Good bye Michael Thanks for your Live na-ria52
pschoene 26.06.2009
2. So traurig...
...dass er so einsam und traurig sterben musste. Ich hoffe, dass man ihm jetzt wirklich seine Ruhe läßt, denn dass hat er nach der Hölle, die er durchgehen musste, nun wirklich verdient.
zombie302 26.06.2009
3. Rip
So kontrovers man zum Menschen Michael Jackson steht. Sein musikalisches Werk bleibt unvergessen. RIP Michael.
dave1980 26.06.2009
4. Meine Güte,
nur dafür eröffne ich einen Account hier: The King of Pop. Forever. Oh, und wie es bereue Ihn nie live gesehen zu haben.
peazy 26.06.2009
5. r.i.p. jacko
da sieht man mal, wie weit die verfluchten, gierigen manager ihn ausgebeutet haben! bis zum tod! und nicht anders läuft es mit der wirtschaft in der ganzen welt. ausbeutung, egal wie hoch die verluste sind. jackos karriere war voller höhen und tiefen, aber dies steht jetzt nicht mehr zur debatte! der KING OF POP ist von uns gegangen. REST IN PEACE JACKO! niemand kann bestreiten, dass er den titel des KING OF POPS nicht verdient hat. damals mit jackson five und dann solo in den 80s/90s war einfach nur godlike. > all. rip jacko peazy
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