King of Pop Konzertveranstalter beschrieben Jackson als emotionales Wrack

Schon Monate vor seinem Tod waren Konzertveranstalter offenbar um Michael Jacksons Gesundheit besorgt. Das sollen E-Mails zeigen, die die "Los Angeles Times" veröffentlicht hat. Darin wird der Megastar als schwer angeschlagen beschrieben.

Megastar Jackson (März 2009): Auf der Pressekonferenz nicht ganz bei sich
Getty Images

Megastar Jackson (März 2009): Auf der Pressekonferenz nicht ganz bei sich


Los Angeles - "MJ ist betrunken und niedergeschlagen in seinem Zimmer eingesperrt, ich versuche ihn auszunüchtern." Diese Nachricht schrieb ein Mitarbeiter der Anschutz Entertainment Group (AEG) laut "Los Angeles Times" am 5. März 2009 an seinen Chef. Nur wenige Stunden später sollte Michael Jackson auf einer Pressekonferenz seine "This Is It"-Tour ankündigen.

Die Konferenz fand statt - mit 90 Minuten Verspätung. Laut "LA Times" mussten Mitarbeiter den Popstar anziehen, Jackson sei zu Tode verängstigt gewesen. Am 25. Juni 2009 starb der King of Pop in seiner Villa in Los Angeles, kurz vor dem Start der Tour im Juli.

Die Nachricht zeigt - sofern sie authentisch ist -, dass sich die Konzertveranstalter Monate vor Jacksons Tod über den Gesundheitszustand des Megastars sorgten. Es hatte stets Gerüchte gegeben, Jackson sei in desolater Verfassung und könne die zahlreichen Shows der geplanten "This Is It"-Tour weder physisch noch psychisch durchstehen. Die "LA Times" zitiert aus E-Mails mit einem Umfang von insgesamt rund 250 Seiten, in denen Jackson unter anderem als emotionales Wrack beschrieben wird.

Der Anwalt der AEG sagte der Zeitung, der zitierte Mitarbeiter habe übertrieben. Jacksons Verhalten sei vielmehr nervlich bedingt gewesen. Laut "LA Times" könnten die E-Mails eine wichtige Rolle bei zwei bevorstehenden Gerichtsverfahren spielen. Unter anderem werfen die Erben Jacksons dem Unternehmen AEG vor, den Sänger wegen des geplanten Comebacks unter Druck gesetzt zu haben, obwohl es Anzeichen für gesundheitliche Probleme des Popstars gegeben habe. Eine Versicherung fordert zudem, eine Zahlung von 17,5 Millionen Dollar für nichtig zu erklären, die der AEG wegen des Ausfalls der Tour zustand. Der Veranstalter habe falsche Angaben über Jacksons Gesundheitszustand gemacht, so der Vorwurf.

sun/dapd/AP

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.