Ermittlung nach Skiunglück Schumachers Helmkamera lief während des Unfalls

Sie könnten helfen, die Umstände des schweren Sturzes von Michael Schumacher aufzuklären: Bilder der Helmkamera sind aus Sicht der Ermittler ein "wichtiges Dokument". Mit einem eindringlichen Appell wendet sich die Ehefrau des früheren Formel-1-Stars an die Medien.

Schumacher beim Skifahren: Hilft Helmkamera den Ermittlern?
AFP

Schumacher beim Skifahren: Hilft Helmkamera den Ermittlern?


Grenoble - Die Helmkamera von Formel-1-Legende Michael Schumacher lief zum Zeitpunkt seines schweren Skiunfalls. Die Bilder könnten ausgewertet werden, verlautete aus französischen Ermittlerkreisen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Es handle sich um ein "wichtiges Dokument" für die Ermittler.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 2/2014
Warum Michael Schumachers Unfall die Welt so berührt

Zuvor hatte bereits die französische Tageszeitung "Le Dauphiné Libéré" aus Grenoble unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtet, dass Schumachers Helmkamera während des Unfalls lief. Seine Familie habe die Aufnahmen den Ermittlern zur Verfügung gestellt. Sie erhoffen sich davon genauere Hinweise zur Geschwindigkeit des Verunglückten und den Sichtverhältnissen zum Zeitpunkt des Unfalls.

Beim SPIEGEL hatte sich zuvor bereits ein 35-jähriger Deutscher gemeldet, der Schumachers Sturz zufällig mit seinem Smartphone gefilmt hatte. Der Zeuge, dem zufolge der Ex-Rennfahrer vor seinem Unfall "gemächlich gefahren" sei, wollte sein Material ebenfalls den Ermittlern übergeben. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Der 45-jährige Schumacher liegt seit seinem Skiunfall am 29. Dezember in Méribel im Universitätskrankenhaus von Grenoble. Seine Ehefrau Corinna forderte die Reporter vor Ort am Dienstag auf, das Krankenhaus zu verlassen und die Ärzte in Ruhe arbeiten zu lassen.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rief zur Zurückhaltung auf. Bundesvorsitzender Michael Konken wies in einer Mitteilung auf den Pressekodex des Deutschen Presserats hin, der "Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen" fordert. "Das gilt auch dann, wenn das Opfer prominent ist", sagte der DJV-Chef.

Das generelle mediale Interesse an Schumacher hält Konken für gerechtfertigt. "Michael Schumacher ist durch seine Formel-1-Erfolge außerordentlich bekannt geworden. Viele Menschen bangen seit seinem Skiunfall um sein Leben. Darüber müssen Medien berichten."

Michael Schumacher befindet sich weiterhin mit schweren Kopfverletzungen im künstlichen Koma. Sein Zustand hat sich zuletzt etwas verbessert, wird von den Ärzten aber weiterhin als kritisch betrachtet.

Am Freitag, fünf Tage nach Schumachers Unfall, war bekannt geworden, dass er beim Skifahren eine Helmkamera getragen hatte. Zunächst blieb aber unklar, ob sie überhaupt lief. Am Mittwoch will die Staatsanwaltschaft der Alpenstadt Albertville auf einer Pressekonferenz über den bisherigen Stand der Ermittlungen berichten.

ade/AFP/dpa

insgesamt 181 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sebastian.teichert 07.01.2014
1. -.-
Und um rauszufinden, dass die lief braucht man ne Woche??? Ich hoffe es ist nichts drauf was ihn belastet fahrlässig gehandelt zu haben. Gute Besserung!
Mundräuberin 07.01.2014
2. Ermittler?
Gab es ein Verbrechen?
schaufel 07.01.2014
3. Eilmeldung ???
Langsam wirds affig spon ...
hansguertler1 07.01.2014
4. Es reicht
langsam reicht es mit den Eilmeldungen über MS
s342 07.01.2014
5. optional
Wenn man sich das Video ansieht, dann wird man vielleicht feststellen: Oh, er ist ja wirklich gestürzt! Leider bringt eine Aufklärung über die Unfallursache ihm auch keine bessere Genesung. Eher wichtig für die Medien und Staatsanwalt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.