Michelle Obama legt den Maulkorb ab Alles, was eine First Lady nicht sagen darf

Als Präsidentengattin musste Michelle Obama genau aufpassen, was sie sagt. Das ist vorbei - in einer Talkshow hat sie nun erstaunliche Geständnisse vorgelesen. Eines davon stimmte sogar.

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Ein Satz, den Michelle Obama als First Lady wohl nie gesagt hätte: "Ich habe noch nie Gemüse gegessen." Während ihrer Zeit im Weißen Haus setzte sie sich für gesunde Ernährung ein, ließ den Kräutergarten des Hauses wiederaufleben, Tomaten und Kohl sprießen.

Doch jetzt hat Obama das einst Unsagbare ausgesprochen. Oder vielmehr: vorgelesen. Moderator Jimmy Kimmel animierte sie in seiner TV-Sendung dazu, endlich all das zu sagen, was sie sich als First Lady verkneifen musste.

Die Sätze hatte er allerdings selbst aufgeschrieben. Obama las trotzdem vor - dementierte den Gemüse-Satz jedoch sofort. "Das stimmt doch nicht."

"Wir haben in den vergangenen acht Jahren im Weißen Haus das Netflix-Passwort von Laura Bush benutzt" - auch diesen Satz las Obama vor. Ob er stimmt, ist fraglich, die 54-Jährige lachte lediglich und sagte: "Laura, es tut mir leid, schick mir die Rechnung."

Einer Aussage stimmte sie jedoch zu: "Ich bin nicht sicher, wer Sasha ist und wer Malia." Ihre beiden Töchter würden das unterstreichen, sagte Obama: "Jedes Mal, wenn ich ihre Namen verwechsle, werden sie sauer."

Michelle Obama hat kürzlich ihre Memoiren veröffentlicht. In dem Buch streift sie etliche Themen wie ihre Kindheit oder die Eheprobleme mit ihrem Mann während seiner Präsidentschaft. Außerdem übt sie scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump.

jpz



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brosswag 16.11.2018
1. Meine Meinung zum Thema
Mit Sicherheit hat Michelle es nicht begriffen, dass ihr Mann den Friedensnobelpreis erhielt um ihm dies vorzuhalten als er, oberster Chef des Militärs, ein halbes Dutzend Länder in der Zeit seiner Präsidentschaft bombardieren lies. Die Häuser der Bewohner zertrümmerte, die Bewohner tötete und/oder zu Krüppeln und Kinder zu Waisen machte, dazu die Infrastruktur dieser Länder ebenfalls zerbombte. Ich hoffe, dass meine Frau das dazu bewogen hätte sich von mir zu trennen oder von meinem Posten als Verantwortlicher dieses Geschehens zurückzutreten. Das hätte sie getan, wenn sie Charakter und Mut hätte, was auch als Emanzipation zu werten wäre. Ich denke sie ist eine Versagerin auf der Stufe einer egoistischen selbstgefälligen und berechnenden Frau wie ihr Mann: Ein smarte Fuchs und Heuchler.
the_real_zonk 16.11.2018
2. Reine PR
Wen interessiert das? Rührselige Homestories, emotional aufgebläht, um Sympathie zu erzeugen? Danke. Ihr Mann war Präsident. Dessen Politik ist für Wählerinnen und Wähler sowie die Welt insgesamt interessant, nicht, ob er sich die Schuhe lins oder rechtsherum zubindet. Die Eheprobleme der Obamas gehen mich nichts an, soweit sie nicht die Fähigkeit beeinträchtigen, sein Amt auszuüben. Hillary Clinton - auch wenn sie in meinen Augen eine schreckliche Kriegstreiberin ist - mischte im politischen Geschehen so mit, dass sie später ein politisches Amt ausüben konnte. Michelle zeigte Bizeps, legte ein Gärtchen im Weissen Haus an - von aktiver Politikgestaltung nix. Sie ist auch nicht Frau President (wie die Ärztefrauen, die den Titel ihres Mannes gleich mittragen), sie wurde nicht vom Volk gewählt.Die weibliche Version eines Herrn Sauer. Der ist auch nur Merkels Gatte, aber kein gewählter Volksvertreter. Ihre Kritik an Trump in allen Ehren, aber auch das ist ihre Privatsache. Und sollte sie später für eine Präsidentschaft in die Diskussion geraten, so wäre das nur ein Beweis dafür, dass die US- Oligarchen im Präsidentenamt lediglich eine Art Pressesprecher ihrer Interessen sehen. Es wäre kein Beweis für Demokratie, eher für eine Art Erbmonarchie oder eine Resterampe- Versorgung vernachlässigter Ehefrauen. Ohnehin fällt es schwer, an Demokratie zu glauben, wenn die Wahlmänner ohnehin nicht den Volkswillen abbilden, sondern machen können, was sie wollen. Bei einem System nahezu ausschliesslich zweier Parteien und einer zur Kandidatin hochgejubelten Expräsidenten- Gattin sehe ich ohnehin mehr Defizite denn wirklich demokratisches Staatswesen...
Gerdd 16.11.2018
3. Wollen die das nicht verstehen?
Hier geht es kein bißchen darum, ob Barack Obama ein guter oder schlechter Präsident war, ein Kriegstreiber oder ein Opfer seiner Rolle und dessen, was er da geerbt hat. NEIN! Hier zählt nur eins: Michelle Obama ist derzeit ein viel größerer Medienstar als all die Kardashians und Jenners zusammen. Und das, denke ich, ist wohlverdient. Sie dient ganz natürlich, als Identifikationsfigur für Millionen Amerikaner (und womöglich zumeist -innen.) In dem Zusammenhang ist es sch..-egal, was die Wahlmänner machen oder wieso es in dem Land Tradition ist, daß der mit den zweitmeisten Stimmen den Job bekommt. Das - wie es schon in Irma La Douce an jeder Ecke des Plots heißt - ist eine andere Geschichte. Und noch etwas: Daß Menschen diese Michelle zum Vorbild nehmen, halte ich für wesentlich weniger problematisch, als daß eine andere große Gruppe von Menschen den Amtsnachfolger ihres Mannes zum Idol erklären. Und "Michelle For President?" - Dazu müßte man erstmal Michelle überzeugen, und die hat ja gerade erst hautnah miterlebt, zu was einen das Amt zwingen kann - also eher nicht. Eher macht's die Oprah Winfrey - und auch da muß man gewahr sein, daß sie bei den Wählern gut ankommt, aber daß sie als Präsidentin nicht - wie als Star ihrer eigenen Talkshow - jedem ein neues Auto schenken wird. Nein, nach Trump sollten die USA vielleicht doch wieder zu Politikern zurückkehren, auch wenn die mittlerweile dort ein Ansehen genießen, das noch deutlich unter dem der Anwälte liegt. Und das will da drüben was heißen!
g.eliot 16.11.2018
4.
Zitat von brosswagMit Sicherheit hat Michelle es nicht begriffen, dass ihr Mann den Friedensnobelpreis erhielt um ihm dies vorzuhalten als er, oberster Chef des Militärs, ein halbes Dutzend Länder in der Zeit seiner Präsidentschaft bombardieren lies. Die Häuser der Bewohner zertrümmerte, die Bewohner tötete und/oder zu Krüppeln und Kinder zu Waisen machte, dazu die Infrastruktur dieser Länder ebenfalls zerbombte. Ich hoffe, dass meine Frau das dazu bewogen hätte sich von mir zu trennen oder von meinem Posten als Verantwortlicher dieses Geschehens zurückzutreten. Das hätte sie getan, wenn sie Charakter und Mut hätte, was auch als Emanzipation zu werten wäre. Ich denke sie ist eine Versagerin auf der Stufe einer egoistischen selbstgefälligen und berechnenden Frau wie ihr Mann: Ein smarte Fuchs und Heuchler.
Würden Sie so auch von Melania Trump reden? Während Obama die Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien wegen der im Jemen getöteten Zivilisten stoppte, verkauft ihr Mann so viel Waffen, wie er nur kann und lässt das US Air Force die Saudis bei den barbarischen Bombardierungen unterstützen, und dies, obwohl der Senat mehrheitlich gegen diesen verfassungswidrigen Krieg ein Referendum erließ, welches von Trump einfach ignoriert wird. Auch sonst: Truppenstärke um 33.000 Mann erhöht, mehrheitlich in Afghanistan, mit Abstand mehr Drohnenmorde und getötete Zivilisten als unter Obama in einem vergleichbaren Zeitraum. Sollte Melania Trump ihren Mann also sofort verlassen. Das wäre doch eine logische Folge nach Ihrer Logik. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, jede Gelegenheit zu nutzen, um Obama schlecht zu machen.
Niteftef 18.11.2018
5. Schon mal darüber nachgedacht,
dass Ehe und Familie vielleicht auch was mit Liebe zu tun hat und nicht nur mit politischem Kalkül? In was für einer Debatte befinden wir uns denn hier. Außerdem darf in einer Demokratie jeder seine Meinung sagen und offensichtlich interessieren sich eine ganze Menge Leute für die Meinung von Michelle Obama - mehr als für die, die hier finden, sie sollte den Mund halten.
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