Michelle Obama Ein letztes Mal Kartoffelernte als First Lady

Bevor sie auszieht, machte sich Michelle Obama noch mal im Gemüsegarten des Weißen Hauses die Hände schmutzig. Die First Lady hat zudem Vorkehrungen getroffen, sollte Trump Präsident werden.

DPA

Michelle Obama hat gemeinsam mit Schülern zum letzten Mal im Garten des Weißen Hauses gearbeitet. "Lasst uns ernten!", rief die Frau des US-Präsidenten den 20 Kindern und Ehrengästen zu. Auch Barack Obama unterstützte die jungen Gärtner beim Ausgraben von Kartoffeln. Anschließend backte die First Lady mit den Kindern Pizza.

Der Garten ist Teil ihres Projekts "Let's Move", das für eine gesündere Ernährung von Kindern und mehr Bewegung wirbt. Michelle Obama ließ ihn 2009 auf dem Gelände des Weißen Hauses einrichten. Seitdem diente er zum einen als Nahrungsquelle für die Küchencrew des Präsidenten, zum anderen als Kulisse für Staatsbesuche. 2014 schlenderte auch Angela Merkel durch das präsidiale Gemüse - sehr zur Freude der PR-Berater Obamas.

Im Januar wird eine neue Familie ins Weiße Haus ziehen. Ob der Garten bestehen bleibt, ist nicht gewiss. Der Präsident kann nach Rücksprache mit Behörden seinen Amtssitz so gestalten, wie er möchte. Tatsächlich hat sich das Gebäude über die Jahre hinweg immer wieder verändert.

So berichtet das Portal "Politico", Ronald Reagan habe die Solarmodule aus dem Boden reißen lassen, die Jimmy Carter installieren ließ. George Bush Senior wünschte sich demnach einen Platz zum Hufeinsen-Werfen. Bill Clinton ließ ihn einstampfen, der nächste Bush wieder herrichten. Clinton hingegen ließ sich demnach einen Laufweg um das Weiße Haus anlegen, weil er bei seinen Joggingtouren mit dem Secret Service im Schlepptau regelmäßig den Washingtoner Verkehr lahm legte. George W. Bush hatte es nicht so mit dem Sport - und ließ die Strecke wieder entfernen.

Trump, der Fastfood-Fan

Donald Trump und Hillary Clinton haben sich beide bislang nicht dazu geäußert, was sie im Falle eines Wahlsiegs mit dem Garten vorhaben. Laut "Politico" hat Trump, der eine Vorliebe für Fastfood haben soll, einige Veränderungen am Weißen Haus angekündigt, sollte er dort einziehen. Seiner Rivalin trauen Beobachter nicht zu, das Gärtchen ihres demokratischen Vorgängers platt zu machen.

Die Obamas gehen dennoch auf Nummer sicher. Als Zeichen für die Dauerhaftigkeit ihres Projekts ließ die First Lady ihre Beete mit Stahl und Beton verstärken. Und als sei das noch nicht Symbolik genug, stand auch etwas Holz von den Grundbesitzen verschiedener Gründerväter und dem Geburtsort von Martin Luther King auf der Materialliste der Bauarbeiter. Sicher ist sicher.

"Ich bin sehr stolz zu wissen, dass dieser kleine Garten als Symbol für unser aller Hoffnungen und Träume, eine gesündere Nation für unsere Kinder zu schaffen, weiterleben wird", sagte Michelle Obama bei ihrer letzten, eigenen Ernte im Weißen Haus. Eine Spende von 2,5 Millionen Dollar, unter anderem von einem großen Pflanzensamen-Konzern, soll die weitere Pflege der Beete für die nächsten Jahre garantieren, ohne Steuergelder dafür ausgeben zu müssen.

jal/dpa

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