Michelle Williams über unfaire Bezahlung "Niemand hat das gekümmert"

Marc Wahlberg und Michelle Williams standen gemeinsam vor der Kamera. Der Schauspieler erhielt dafür mehr als tausendmal so viel Geld wie seine Kollegin. Die hat sich dazu nun geäußert.

Chris Pizzello/Invision/AP

Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern ist ein umstrittenes Thema - auch in den USA: In Kalifornien verklagten zuletzt weibliche Angestellte von Google und Oracle ihre Arbeitgeber wegen des sogenannten Gender Pay Gaps. Und auch in der Filmbranche ist die Ungerechtigkeit nach wie vor groß. Bisweilen sogar extrem groß, wie Michelle Williams feststellen musste.

Die Schauspielerin soll für nachträgliche Aufnahmen für den Film "Alles Geld der Welt" lediglich tausend Dollar erhalten haben - wohingegen ihrem Kollegen Mark Wahlberg 1,5 Millionen überwiesen wurden. Als diese unterschiedliche Bezahlung im vergangenen Jahr publik wurde, spendete Wahlberg seine Gage dem Rechtsschutzfonds der Initiative "Time's Up", die sich gegen Belästigung von Frauen im Berufsalltag engagiert.

Erledigt ist das grundsätzliche Problem aus Sicht Williams' aber keineswegs. Sie sei damals wie gelähmt gewesen, sagte die 38-Jährige am Dienstag auf einem Treffen zum Thema Gender Pay Gap in Washington. "Niemand hat das gekümmert", sagte sie dem britischen "Guardian" zufolge: "Das war keine Überraschung für mich, es hat einfach meine lebenslang erlernte Überzeugung bestärkt, dass Gleichbehandlung kein unveräußerliches Recht ist."

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Michelle Williams: "Niemanden hat das gekümmert"

Frauen würden genauso hart wie Männer für weniger Geld arbeiten, ergänzte sie - und zusätzlich trügen sie zu Hause auch noch mehr Verantwortung. "Ich arbeite als Schauspielerin, seit ich zwölf bin", sagte sie. Obwohl sie in ihrer Branche auf dem höchsten Niveau anerkannt sei, erhalte sie keine entsprechende Bezahlung.

Williams erlangte in den späten Neunzigerjahren als Schauspielerin Bekanntheit, damals spielte sie in der Teenie-Serie "Dawsons's Creek" die rebellische Jen Lindley. Zuletzt erregte im Sommer vergangenen Jahres ihre Hochzeit mit dem amerikanischen Indie-Musiker Phil Elverum Aufsehen.

Vor etwa elf Jahren war Williams' Ex-Partner Heath Ledger gestorben, aus der Beziehung hat sie eine Tochter. 2007 trennte sich das Paar, Ledger starb wenige Monate später, im Januar 2008. "Ich habe den Glauben an Liebe nie aufgegeben", sagte Williams anlässlich ihrer Trauung im vergangenen Jahr.

Williams' Nebenrolle in "Brokeback Mountain" brachte ihr 2006 die erste von vier Oscarnominierungen ein. In dem Film spielte sie die Ehefrau von Ledger. Zuletzt wirkte Williams in Filmen wie "I Feel Pretty" und "Venom" mit.

mxw



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