"Miss Earth"-Wahl Die Schönen und der Komposthaufen

Schönheitsköniginnen waren schon immer mehr, als nur hübsch anzuschauen - klug, wortgewandt, charakterstark. Ein Schuft, wer denkt, es ginge nur um Äußerlichkeiten. Nun wird die "Miss Earth" gekürt: Sie soll gut aussehen und Vorreiterin für den Klimaschutz sein - leicht bekleidet und in Stilettos.

dpa

Hamburg - Bei den Organisatoren der "Miss Earth"-Wahl rühmt man sich, einer der drei größten Veranstalter von Schönheitswettbewerben zu sein. Was die Zahl der nationalen Vorentscheide betreffe, spiele man in einer Liga mit der "Miss Universe"- und der "Miss World"-Wahl.

Die Geschichte des Wettbewerbs, der alljährlich auf den Philippinen ausgetragen wird, ist freilich noch jung: Erst 2001 wurde die Wahl zur "Miss Earth" ins Leben gerufen - nicht, wie man vermuten könnte, von einer Umweltschutzorganisation, sondern von einem Unternehmen, das mit Fernsehrechten handelt. An diesem Sonntag wird nun die Gewinnerin des Wettbewerbs gekürt. Der Hauptgewinn: Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bikini.

Die Bewerberinnen verbindet, dass sie "nicht nur attraktiv sind, sondern auch Sachkunde im Bereich Umweltschutz" vorweisen müssen. So pflanzen die Kandidatinnen in ihrer Arbeitskleidung - Hot Pants und Highheels - Bäume oder tragen Schilder mit ihren Botschaften für den Klimawandel.

Auf ihnen stehen Dinge, wie: "Tropfende Armaturen verschwenden Energie und Wasser. Reparieren Sie sie schnellstmöglich." Oder Nützliches wie: "Kompostieren Sie abbaubare Stoffe." Auch aus dem Bereich des Gartenbaus erhält man Tipps: "Pflanzen Sie Bäume, die in Ihrem Umfeld heimisch sind." Ansonsten geht es bei der Umwelt-Wahl genauso zu wie bei anderen Schönheitswettbewerben: Es gibt grell geschminkte junge Frauen in knappen Klamotten, sie sich in verschiedenen Disziplinen behaupten müssen. Über die vielen Kilometer, die die Kandidatinnen im Flugzeug zurücklegen, um zum Wettbewerb zu gelangen, schweigt man sich indes lieber aus.

han



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