Mitleid Loriot bedauert deutsche Comedians

Vicco von Bülow alias Loriot bleibt dabei: Er wird keine neuen Sketche fürs Fernsehen schreiben. Die Arbeitsbedingungen seien nicht vergleichbar mit denen von früher, sagte der 83-Jährige. Die Kollegen von heute seien "arme Kerle" - und dennoch bewundert er einige von ihnen.

Berlin - Loriot kehrte dem Fernsehen im vergangenen Jahr den Rücken. Alles andere "hätte keinen Sinn", weil er für seine Art des Arbeitens erheblich mehr Zeit benötige, sagte er. Die Arbeitsbedingungen, die ihm vor 30 Jahren zur Verfügung gestanden hätten, existierten "heute nicht mehr". Er habe mit seinem Team für zwei Sendungen ein ganzes Jahr Zeit gehabt. "Heute müssen die armen Kerle 25 machen", sagte Loriot.

Trotzdem gebe es heutzutage sehr viele Künstler, deren Komikarbeit er sehr bewundere. Beispielsweise sei Olli Dittrich "ein Mann, den ich hervorragend finde", sagte Loriot. Auch die Arbeit von Piet Klocke etwa schätze er. Beide seien "Leute, die aus der Sprache kommen", deren Arbeit von "Ruhe und Ernst" geprägt sei. "Innerhalb des Ernsten komisch zu sein, ist nicht jedermanns Sache", so Loriot. Er habe immer mit Ernst an der Komik gearbeitet, "das hält länger vor".

Der beliebte Humorist, der im November seinen 84. Geburtstag feiert, stellte gemeinsam mit seinem langjährigen Wegbegleiter, dem Regisseur Stefan Lukschy erstmals eine Sammlung seines gesamten TV-Werkes vor. Die DVD-Box "Loriot - Die vollständige Fernseh-Edition" enthält zwölf Stunden Programm, darunter viele, zum Teil ungesendete Sketche und Cartoons, die in verschiedenen Archiven wiederentdeckt und aufwendig bearbeitet wurden. Ergänzt wird das Material, das aus den 50er bis 80er Jahren stammt, unter anderem durch Dokumentationen, Interviews, Live-Auftritte.

jjc/ddp

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