Monaco Gerüchte um weitere Vaterschaft Alberts

Fürst Albert II. will sich dem Vernehmen nach in Bälde zu einem zweiten Kind bekennen. Laut "Figaro" geht es dabei um eine 14-jährige Tochter aus einer kurzen Beziehung mit einer kalifornischen Ex-Kellnerin. Danach sei aber Schluss mit derlei Verkündungen.


Paris - Seit gut einem Jahr ist Albert II. nun Fürst von Monaco - und seine Rolle als Landesvater scheint der Nachfolger von Rainier III. wörtlich zu nehmen. Wie die seriöse Pariser Zeitung "Figaro" heute enthüllte, will der 48-jährige Junggeselle sich in Kürze zu einem zweiten Kind bekennen - der 14-jährigen Jazmin Grace. "Es gibt aber keine weiteren verborgenen Kinder", zitierten die Society-Experten Léna Lutaud und Thiébault Dromard einen Vertrauten Alberts. Der Grimaldi-Fürst selbst schwieg zunächst. Mit seiner Freundin Charlene Wittstock zeigt er sich dagegen in jüngster Zeit immer häufiger öffentlich; Gerüchte über bald läutende Hochzeitsglocken wollen nicht verstummen.

Albert mit Freundin Wittstock: Monatelanges Turteln
DPA

Albert mit Freundin Wittstock: Monatelanges Turteln

Zögerlich gab Albert im vergangenen Jahr zu, dass der kleine Alexandre sein leiblicher Sohn ist. Mit der Mutter, der Ex-Stewardess Nicole Coste, führte er jahrelang eine heimliche Liebes-Affäre. Ihr zufolge wurde das Kind gezeugt, als die Beziehung zu Ende ging. Das Fürstenhaus empörte sich, dass die Sensationsgeschichte während der Staatstrauer für Rainier herauskam. Es gebe "andere Personen mit ungefähr denselben Fällen", sagte Albert im vergangenen Juli auf die Frage nach weiteren möglichen Kindern.

Das Berufungsgericht Versailles verurteilte "Paris-Match" wegen der Alexandre-Story zu 50.000 Euro Schadenersatz. In Deutschland unterlag Albert dagegen der "Bunten": Die Frage männlicher Nachkommenschaft sei in einer konstitutionellen Erbmonarchie "von eminenter Bedeutung", entschied die Freiburger Außenstelle des Oberlandesgerichtes (OLG) Karlsruhe. Demgegenüber müsse Alberts Privatsphäre zurückstehen.

Als Alberts "erste" - in Wirklichkeit wohl zweite - Vaterschaft ruchbar wurde, war der Jubel groß. Das sei mal ein moderner Fürst, hieß es: Ohne Vorurteile gegenüber einer geschiedenen Farbigen und ohne Trauschein. Die Vaterschaft von Jazmin Grace - die mit zweitem Vornamen so heißt wie seine Alberts Mutter, Hollywood-Legende Grace Kelly - kam Informationen der "Figaro"-Journalisten zufolge vor bald 15 Jahren weniger glorios zustande: Jazmins Mutter, die Kalifornierin Tamara Rotolo, leistete sich demnach im Juli 1991 mit Albert einen Seitensprung.

Rotolo war den Angaben zufolge damals mit ihrem Mann zum Urlaub an die Côte d'Azur gekommen und dort auf Monacos damaligen Kronprinzen gestoßen. "Sie war verheiratet, Albert war nicht auf der Hut", zitierten Lutaud und Dromard einen Vertrauten des Fürsten. Über die im März 1992 in Palm Springs geborene Jazmin Grace hatte es bereits mehrfach Berichte gegeben. Der Grimaldi-Palast hatte sie stets zurückgewiesen - zuletzt allerdings in Form einer halben Bestätigung: Alberts Anwalt Thierry Lacoste hatte moniert, ein Artikel habe Alberts Privatsphäre sowie das Recht am eigenen Bild verletzt. Ein Dementi klingt anders. Ähnlich hatte Lacoste bei Alexandre argumentiert. Die "Figaro"-Reporter geben ihn nun offen als Quelle an.

Vermögen größer als das der Queen

Ihrem Bericht zufolge steht Jazmin Grace, ein "reifes, sympathisches und intelligentes Mädchen", am Scheideweg: Die Fürstentochter muss entscheiden, ob sie ein Buch schreiben und ihre Geschichte an Hollywood verkaufen soll - oder dem Rat ihres Vaters folgen, in seine Nähe ziehen und ihre Schulausbildung fortsetzen. Die Anwälte beider Seiten streiten allem Anschein nach noch. Ausgesorgt hat Jazmin Grace wohl in jedem Fall: Einmal anerkannt, hat sie zwar kein Anrecht auf den Thron, aber auf einen Teil vom Erbe Alberts, das nach Berechnungen des US-Magazins "Forbes" eine Milliarde Dollar schwer ist - größer als das der britischen Königin Elizabeth II..

Mit einer anderen Freudenbotschaft hadert Albert angeblich noch: Nach monatelangem Turteln lud er die 20 Jahre jüngere Charlene am Wochenende erstmals in die Fürstenloge ein, um das Formel-Eins-Autorennen zum Grand Prix von Monaco zu verfolgen. Fragen nach einer Hochzeit mit der Weltkasse-Schwimmerin aus Südafrika wehrte der Fürst bislang ab: Heiraten und eine eigene Familie gründen wolle er zwar - aber den Zeitpunkt werde er selbst bestimmen. Laut "Bild"-Zeitung verhängte der Grimaldi-Palast eine Urlaubssperre für Oktober.

Reinolf Reis, AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.