Monarchen-Marketing William, Kate und die gesichtslose Pillendose

Vier Monate vor der Trauung von Prinz William und Kate Middleton hat sich die Marketing-Maschinerie in Gang gesetzt: Kurz vor Weihnachten werden die ersten Hochzeitssouvenirs des neuen Traumpaars angeboten - mit einem gravierenden Makel.

REUTERS/ The Royal Collection

London - Unter den ersten offiziell abgesegneten Sammelobjekten, die seit Montag im Internet sowie dem Buckingham Palace und dem Windsor Castle zum Verkauf stehen, scheint etwas für jeden zu sein: Ein Trinkkrug für den Ale-Fan oder die Kaffeetante, einen Teller für die monarchistische Hausfrau, die Pillendose aus Porzellan für die Älteren.

Die Erinnerungsstücke wurden von der Abteilung des Hofes in Auftrag gegeben, die für die Kunstsammlung der Königsfamilie zuständig ist. Auf dem weißen Porzellan sind mit Silber und Gold die Initialen von William und Catherine Middleton, Williams Wappen sowie das Datum der Hochzeit, der 29. April 2011, zu sehen. Eines jedoch fehlt erstaunlicherweise ganz: Ein Foto der beiden Verlobten.

Marktforscher unkten nun, die so farblos eleganten Souvenirs würden beim Volk kaum auf Interesse stoßen. "Die beliebtesten Sammelobjekte zeigen immer Gesichter", sagte Souvenirexperte Ron Smith dem britischen Boulevardblatt "The Sun". Die Objekte mit Porträts darauf seien die einzigen, die mit der Zeit nicht an Wert verlieren.

Da nütze es auch nichts, dass die Souvenirs von William selbst autorisiert seien und der Verkaufserlös einem guten Zweck zufließen solle. Da wird ein Kalender von J. Salmon aus Kent, der jetzt für knapp neun Pfund im Geschenk-Shop vertrieben wird, vermutlich erfolgreicher sein: Darauf zu sehen: Paparazzi-Fotos des jungen Paares.

ala/dapd

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