Monarchie Prinz William verteidigt die Familie

Kurz vor Ende seines Studiums hat Prinz William die britische Presse ausführlich über Zukunftspläne und Familienverhältnisse informiert. Seine Großmutter, Königin Elizabeth II., nannte er brilliant. Seinen Bruder Harry, der mit rüpelhaftem Verhalten schon häufig für Schlagzeilen gesorgt hat, nahm er ausdrücklich in Schutz.


Prinz William: Viele Briten sähen lieber ihn als nächsten auf dem Thron statt seinen Vater
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Prinz William: Viele Briten sähen lieber ihn als nächsten auf dem Thron statt seinen Vater

London - William, die Nummer zwei der britischen Thronfolge, nimmt seinen kleinen Bruder in Schutz: Harry sei erwachsen geworden und verhalte sich so, wie er es für richtig halte, sagte der 22-jährige William in einem am Wochenende veröffentlichten Interview mit britischen Medien. Der zwei Jahre jüngere Harry war kürzlich wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Fotografen in die Schlagzeilen geraten. Auch vorher hatte es schon viele wenig rühmliche Artikel über Alkohol- und Drogenkonsum gegeben.

Auch Vater Charles erhielt Rückendeckung von William. Er wünsche sich, dass die Medien mehr über dessen Einsatz für wohltätige Zwecke berichteten, sagte der Prinz. "Ich bewundere ihn wirklich sehr" für die Zeit, die er in solche Arbeit stecke. In letzter Zeit hatte eher eine Notiz von Thronfolger Charles die Medien beschäftigt, in der er britische Schulen kritisierte, Kindern keine ausreichende kritische Selbsteinschätzung zu vermitteln.

"Wir stehen uns sehr nahe in der Familie", sagte William über seinen Vater und Bruder. Natürlich gebe es Auseinandersetzungen und Reibereien, aber sie verstünden sich gut.

Prinz Harry: Kürzlich prügelte er einen Fotografen
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Prinz Harry: Kürzlich prügelte er einen Fotografen

"Sie ist brillant, ein großes Vorbild." Seine Großmutter habe er erst in den letzten Jahren besser kennen gelernt, räumte William ein. "Sie hilft mir bei allen möglichen Problemen und Schwierigkeiten." Auch seinem Großvater Prinz Philip stehe er ganz nah. "Er bringt mich zum Lachen, denn er ist sehr witzig." Prinz Philip sage ihm manchmal Sachen, "die ich vielleicht nicht hören will - und darüber bin ich froh. Ich mag seine Direktheit."

Für öffentliche Pflichten fühle er sich noch zu jung, sagte der 22-Jährige in dem Interview, das am Freitag und Samstag in allen führenden britischen Zeitungen veröffentlicht wurde. Nach dem Abschluss seines Geografie-Studiums an der Universität der schottischen Küstenstadt St. Andrews werde er möglicherweise in die Streitkräfte eintreten. Dabei wolle er aber auf keinen Fall verhätschelt oder in Watte gepackt werden, betonte der Prinz: Er wolle "dahin gehen, wohin meine Männer gehen und machen, was sie machen".

Obwohl er sein Leben lang im Rampenlicht gestanden habe, genieße er die Normalität, sagte William weiter. "Einfache Dinge tun, normale Dinge tun". Nach dem Vorbild seiner Mutter, der verstorbenen Prinzessin Diana, wolle er sich außerdem in Afrika für Aids-Kranke einsetzen.

Tim Elfrink, AP



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