Britischer DJ am Mount Everest Konzert in 5380 Metern Höhe

Dünne Luft und eisige Temperaturen: Vor der spektakulären Kulisse des Himalaya haben rund hundert Bergsteiger die wohl höchste Party der Welt gefeiert - im Basislager am Mount Everest.

AFP/ ANTON NELSON/SOUNDTREK

Zu Elektro-Klängen des britischen Star-DJs Paul Oakenfold haben rund hundert Bergsteiger in 5380 Metern Höhe getanzt - so gut sie konnten, in ihren schweren Stiefeln und Daunenjacken. Oakenfold hatte sein Mischpult auf einer provisorischen Bühne aus Steinen im Basislager des Mount Everest in Nepal errichtet.

"Es war wirklich phantastisch", sagte der 53-Jährige anschließend in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. Er sei "sehr glücklich, hier gespielt zu haben". Es sei ein wunderbares Ereignis gewesen. "Das war ganz schön cool. Ich komme seit vielen Jahren hierher, aber so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Ben Jones aus den USA.

In den kommenden Wochen wird die Zahl der Bergsteiger im Basislager des Mount Everest stark ansteigen. Hunderte Kletterer kommen, um sich zu akklimatisieren, bevor sie das gute Wetter des kurzen Frühlings nutzen, um den Aufstieg zum Gipfel zu wagen.

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Mount Everest: Konzert von DJ Paul Oakenfold

Der DJ, der in seiner drei Jahrzehnte umfassenden Karriere schon mit Madonna und U2 zusammenarbeitete, hatte zuvor keinerlei Trecking-Erfahrung. Er bereitete sich vier Monate lang zwischen nächtlichen Gigs vor, ehe er zu dem zehntägigen Marsch zum Mount Everest aufbrach. Begleitet wurde Oakenfold von Yaks und Trägern, die seine Ausrüstung schleppten.

Der Auftritt am Mount Everest war der erste einer Serie von Konzerten, mit denen der DJ auf die Folgen der Klimaerwärmung aufmerksam machen und für Hilfsorganisationen Spenden sammeln will. In Nepal will Oakenfold Geld für die Überlebenden des Erdbebens von 2015 sammeln, bei dem fast 9000 Menschen ums Leben kamen und Tausende obdachlos wurden.

Doch die Aktion stieß nicht nur auf Zustimmung: Kritiker bemängelten schon im Vorfeld, der DJ werde Frieden und Ruhe im Himalaya stören.

wit/AFP



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