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Trauerzug in Louisville Zehntausende verabschieden sich von Muhammad Ali

Zehntausende säumten die Straßen in Louisville, als der Wagen mit Muhammad Alis Leichnam durch die Heimatstadt des Boxers rollte. Zur Trauerfeier kam Prominenz aus aller Welt.

Eine lange Kolonne schwarzer Limousinen wälzte sich am Freitag durch die Straßen von Louisville im US-Bundesstaat Kentucky. Geschätzte hunderttausend Menschen versammelten sich in den Straßen von Muhammad Alis Heimatstadt, um Abschied von dem verstorbenen Boxweltmeister und Bürgerrechtsaktivisten zu nehmen. Viele Zuschauer trugen Blumen, manche riefen den Namen Alis.

Der 30 Kilometer lange Trauerzug führte an dem rosafarbenen Haus vorbei, in dem der Schwergewichtsboxer aufgewachsen war. Das Haus hat sich in den vergangenen Tagen zu einer Pilgerstätte verwandelt. Ein rotes Paar Boxhandschuhe hing über der Gedenktafel. Auch Blumen, Fotos und Plüschtiere hatten Fans niedergelegt. Viele schrieben Botschaften auf Poster, um dem herausragenden Sportler, der sich auch lange nach dem Ende seiner Karriere für politische und soziale Ziele einsetzte, für sein Engagement zu danken.

Nach dem Trauerzug sollte Ali im privaten Kreis auf dem historischen Friedhof Cave Hill Cemetery beigesetzt werden. Für die Trauerfeier hatten die Veranstalter nach dem Willen Alis kostenlose Tickets vergeben. Die 15.000 Freikarten waren nach einer Stunde vergriffen.

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Trauerzug: Louisville verabschiedet sich von Muhammad Ali

Foto: ADREES LATIF/ REUTERS

Ali war am Freitag vergangener Woche im Alter von 74 Jahren gestorben. Er war seit 1984 an Parkinson erkrankt. Als Todesursache wurde eine Blutvergiftung angegeben.

Neben Alis Witwe Lonnie, seiner ältesten Tochter Maryum und weiteren Verwandten nahmen zahlreiche Prominente an der Trauerfeier teil: Zu den Sargträgern zählten Schauspieler Will Smith sowie die beiden ehemaligen Schwergewichtsweltmeister Lennox Lewis und Mike Tyson.

Unter den Trauerrednern waren Witwe Lonnie, Ex-Präsident Bill Clinton und der Hollywoodschauspieler Billy Crystal. Am Donnerstag hatte der Imam Zaid Shakir bereits einen muslimischen Gottesdienst für Ali abgehalten.

Für einen Eklat sorgte Recep Tayyip Erdogan, der ebenfalls zu der Trauerfeier angereist war. Der türkische Präsident verließ die Feierlichkeiten verärgert. Ihm war angeblich verboten worden, Verse aus dem Koran vorzutragen.

Ali, der in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung vielen Afroamerikanern als Leitfigur diente und sich offen gegen Rassismus aussprach, wurde nach seinem Übertritt zum Islam im Jahr 1964 auch zu einer starken Stimme der muslimischen Gemeinde weltweit.

asa/dpa/AFP