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06. Juli 2009, 07:44 Uhr

Mysteriöser Tod

Polizei durchleuchtet Jacksons Krankengeschichte

Woran starb der "King of Pop"? Noch immer ist die Todesursache im Fall Michael Jackson unklar. Während die Vorbereitungen für seine Beerdigung auf Hochtouren laufen, rekonstruiert die Polizei nun die Krankengeschichte des Musikers - und durchsuchte mehrere Praxen.

Los Angeles - Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" wollen die Ermittler herausfinden, ob verschreibungspflichtige Medikamente eine Rolle im Todesfall Michael Jackson gespielt haben. Zu diesem Zwecke seien drei Praxen durchsucht worden. Nicht namentlich genannte Quellen sagten der Zeitung, die große Zahl verschiedener Ärzte, die Jackson konsultiert habe, mache eine Rekonstruktion seiner Krankengeschichte schwierig.

Dem Artikel zufolge stehen derzeit fünf Mediziner im Zentrum der kriminalistischen Aufmerksamkeit. Noch ist unklar, woran Michael Jackson starb. Die Ergebnisse von zwei Autopsien liegen noch nicht vor. Laut "Los Angeles Times" stellten die Beamten am Tag seines Todes und in seinem Haus "zahlreiche Flaschen" mit dem Beruhigungsmittel Propofol sicher. Keine habe den notwendigen Aufdruck eines verschreibungspflichtigen Medikaments getragen.

Unterdessen plant die Familie des verstorbenen Popstars eine private Trauerfeier auf dem Friedhof Forest Lawn in Los Angeles. Man arbeite mit den Angehörigen zusammen, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Einzelheiten gab er nicht bekannt. Der Friedhof befindet sich im Stadtteil Hollywood Hills.

Bruder Jermaine sagte in der vergangenen Woche nur, dass sich die Familie vor dem öffentlichen Abschied mit einigen handverlesenen Gästen an einem unbekannten Ort zu einer kleinen privaten Zeremonie treffe. Zahlreiche Reporter und TV-Übertragungswagen haben in den Hügeln von Hollywood vor einem der fünf Forest-Lawn-Friedhöfe im Raum Los Angeles Stellung bezogen.

Derweil richtet sich die Stadt Los Angeles auf einen Massenansturm bei der offiziellen Veranstaltung am Dienstag ein. Die Polizei vermutet, dass bis zu 700.000 Menschen versuchen werden, das Staples Center zu erreichen. Das Gebiet rund um die Arena soll weiträumig abgesperrt werden.

Da für die Feier nur 17.500 Karten zur Verfügung stehen, wurden sie in einer Internet-Lotterie verlost.Rund 1,6 Millionen Fans registrierten sich im Internet für die Karten - 8750 kamen zum Zug und erhalten zwei der begehrten Tickets. Die Trauerfeier wird auch ein riesiges Medienereignis. In den USA haben die Fernsehsender ABC, CNN, MSNBC und E! Entertainment ihre Pläne für eine Live-Berichterstattung bekanntgegeben. CNN will das Ereignis weltweit übertragen. Die Trauerfeier findet am Dienstag um 19 Uhr (MESZ) statt.

jdl/dpa/AP

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