Nach Verurteilung
Action-Star Wesley Snipes bleibt auf freiem Fuß
Kein Fluchtrisiko: Der wegen Steuervergehen verurteilte US-Schauspieler Wesley Snipes muss seine dreijährige Haftstrafe vorerst nicht antreten. Snipes stelle keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, hieß es zur Begründung.
Ocala - Gegen Kaution auf freiem Fuß: Der 45-jährige Snipes muss seine Haftstrafe solange nicht antreten, bis eine Berufungsinstanz ihr Urteil gefällt hat. Dies entschied ein Gericht in Ocala im US-Bundesstaat Florida am vergangenen Donnerstag. Ursprünglich sollte der Schauspieler ("Blade") seine Gefängnisstrafe am 3. Juni antreten.
Snipes war Ende April zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er in den Jahren 1999 bis 2001 keine Steuererklärung abgegeben hatte. Die zwölfköpfige Jury im Gericht von Ocala sah es als erwiesen an, dass Snipes dem Staat 41 Millionen US-Dollar (26 Millionen Euro) schulde. Der Staatsanwalt hatte für jede nicht abgegebene Steuererklärung ein Jahr Haft gefordert. Der Bundesrichter folgte seinem Antrag und verhängte die höchstmögliche Strafe von drei Jahren Gefängnis.
Mit dem ungewöhnlich hohen Strafmaß statuierte die Jury ein Exempel in Sachen Steuerhinterziehung. Snipes habe über lange Zeit hinweg die Steuergesetze missachtet, erklärte Bezirksrichter William Terrell Hodges. Der Angeklagte selbst erklärte, er sei falsch beraten worden.
Noch in den neunziger Jahren hatte Snipes vorschriftsmäßig Steuern gezahlt. Dann lernte er Eddie Ray Kahn kennen, den Gründer einer Steuerprotestgruppe. Von 1999 bis 2004 hatte er es daraufhin abgelehnt, Steuererklärungen einzureichen. In dieser Zeit unterzeichnete er den Angaben zufolge zwei Verträge über mehr als zehn Millionen Dollar (6,7 Millionen Euro) für weitere Episoden des Kinofilms "Blade". Der ebenfalls angeklagte Kahn wurde des Steuerbetrugs und der Verschwörung schuldig gesprochen.
Snipes hatte seinen Durchbruch 1992 mit der Komödie "Weiße Jungs bringen's nicht". Seine größten Erfolge feierte der US-Amerikaner in den neunziger Jahren mit Actionfilmen wie "Demolition Man" und "Passagier 57".
ala/AP/Reuters
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