Zur Ausgabe
Artikel 73 / 75

Gestorben Hilaree Nelson, 49

aus DER SPIEGEL 40/2022
Foto:

Blizzard-Tecnica

Es begann mit einem One-Way-Ticket nach Frankreich. Aus einem Winter in Chamonix wurden fünf – und daraus ein Leben für die Extreme. Die Amerikanerin Hilaree Nelson fuhr Ski in Höhen, wo sonst Flugzeuge fliegen. Über die Intensität und das Adrenalin, das bei solchen Expeditionen ausgeschüttet wird, sagte Nelson mal, sie seien wie eine Sucht. Daheim in Telluride im Südwesten Colorados konnte sie diese nicht befriedigen. Also zog sie hinaus. Und verschob dabei immer wieder die Grenzen des Möglichen. Im Jahr 2012 bezwang sie als erste Frau in nur 24 Stunden die Gipfel des Mount Everest und des benachbarten Lhotse. Jenen mit 8516 Metern vierthöchsten Berg der Erde nahm sie sich sechs Jahre später erneut vor, fuhr mit ihrem Partner Jim Morrison als Erste die sogenannte Traum­linie hinunter. Mehr als 40 Expeditionen führten Nelson auf viele Gipfel der Erde. Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehörte dabei stets dazu. Mit ihren beiden Söhnen, heute Teenager, spreche sie aber mindestens so viel über das Leben, sagte sie einmal. Am 26. September erreichte sie in Nepal den Gipfel des Manaslu. Kurz nach Beginn der Abfahrt stürzte sie in eine Gletscherspalte. Hilaree Nelson wurde am 28. September tot aufgefunden.

sak
Zur Ausgabe
Artikel 73 / 75
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.