Nächtlicher Sturz Loki Schmidt harrte viereinhalb Stunden auf dem Boden aus

"Wie eine kleine Robbe" kroch sie ins Schlafzimmer und wartete auf dem Boden auf Hilfe: Altkanzlergattin Loki Schmidt hat nach ihrem nächtlichen Sturz am Donnerstag erst nach mehr als vier Stunden einen Krankenwagen gerufen - aus Rücksicht auf ihren Mann.


Hamburg - Aus Sorge um ihren Mann hat Altkanzlergattin Loki Schmidt nach ihrem nächtlichen Sturz im Badezimmer erst nach viereinhalb Stunden den Arzt rufen lassen. Den Notruf habe sie nicht benutzt, um ihren Mann nicht zu beunruhigen, sagte die 89-Jährige dem "Hamburger Abendblatt". Helmut Schmidt befand sich in der fraglichen Nacht zum Donnerstag in Berlin.

Helmut Schmidt und seine Frau Loki (im August 2007): "Auf dem Boden campiert"
DPA

Helmut Schmidt und seine Frau Loki (im August 2007): "Auf dem Boden campiert"

Loki Schmidt wurde am Donnerstagmorgen in ein Krankenhaus eingeliefert und muss dort vorerst noch bleiben. Es gehe ihr "mittelmäßig", sagte ihr Ehemann am Sonntag in Hamburg. Man wisse noch nicht, wann sie wieder aus der Klinik im Stadtteil St. Georg entlassen werde.

Loki und Helmut Schmidt sind seit 66 Jahren verheiratet. Sie habe nicht gewollt, dass ihr Mann "durch einen nächtlichen Alarm, mir sei etwas Schlimmes zugestoßen, aus dem Schlaf gerissen würde", sagte Loki Schmidt der Zeitung zufolge. Außerdem "wollte ich nicht im nächsten Krankenhaus landen, wo die Ärzte mich nicht kennen und erst mit großem Aufwand und Zeitverlust meine medizinischen Daten hätten erfassen müssen", erklärte Loki Schmidt. Im Krankenhaus St. Georg war sie bereits im vergangenen Jahr an der Wirbelsäule operiert worden.

Nach dem Sturz sei sie "wie eine kleine Robbe" ins Schlafzimmer gekrochen, erzählte die Altkanzlergattin. "Ich wollte mich an meinem Bett hochziehen, schaffte es aber nicht. Schließlich zog ich erschöpft das Kopfkissen und die Bettdecke herunter und campierte bis gegen 8.30 Uhr auf dem Boden", sagte sie. Dann sei die Haushaltshilfe gekommen, die den Krankenwagen rief.

Die 89-Jährige zog sich bei dem Sturz nur Prellungen zu. Gegenüber dem ärztlichen Direktor der Asklepios Klinik St. Georg, Christoph Eggers, äußerte sie nach Angaben des "Hamburger Abendblattes" dennoch nachdenklich: "Herr Doktor, was Sie auch sagen mögen, eines weiß ich genau: Meine Kerze ist am Abbrennen!"

phw/AP



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