Nana Mouskouri Die Frau mit der Schutzbrille

Ihr Brillenmodell schützte Generationen von Chemielehrern vor dem großen Knall. Jetzt hat Nana Mouskouri gestanden, das Gestell habe auch sie selbst bewahrt - vor den neugierigen Blicken des Publikums.

AFP

Athen - Sängerin Nana Mouskouri schwört auf ihre Brille als Hilfe, wenn sie mal unsicher ist. Die sei für sie so etwas wie ein Kleidungsstück, sagte die 77-Jährige der Zeitschrift "Freundin Donna". "Ohne sie fühle ich mich unwohl, irgendwie nackt." Sie besitze etwa hundert Brillen, trage aber meist dieselbe. "Auf der Bühne ist diese Brille mein Talisman. Sie ist wie ein Schutzschild. Ich kann meine Augen dahinter verstecken. Denn ich war und bin eigentlich ein scheuer Mensch."

Ihr unverwechselbarer Look sei für die in Griechenland geborene Sängerin ("Weiße Rosen aus Athen") zudem Zeichen innerer Stärke. "Die Brille, die glatten Haare sind wie sichtbare Symbole dafür, dass ich mich niemals habe verbiegen lassen."

Früher habe es im Musikgeschäft keine Sängerinnen mit Brille gegeben, "das war total verpönt. Ich habe von Anfang an gesagt: Die Brille bleibt auf! Alles andere hätte für mich bedeutet, meine Seele zu verraten", sagte Mouskouri.

Die Griechin hatte zu Beginn der Finanzkrise verkündet, auf ihre Rente als ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments zu verzichten und das Geld dem Land zu schenken. "Ich verzichte auf die Rente, solange die Finanzkrise in meinem Land dauert", hatte die Sängerin gesagt. Sie war vor allem durch Schlagerhits wie "Weiße Rosen aus Athen" in Deutschland bekannt geworden.

jbr/dapd



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.