In den USA ausgeschlossen Nancy Pelosi erhält Kommunion im Vatikan

Weil sie für das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche eintritt, hat der Erzbischof von San Francisco Nancy Pelosi von der Kommunion ausgeschlossen. Im Vatikan wurde anders mit der Topdemokratin umgegangen.
Papst Franziskus empfängt Nancy Pelosi und ihren Ehemann Paul im Petersdom

Papst Franziskus empfängt Nancy Pelosi und ihren Ehemann Paul im Petersdom

Foto: HANDOUT / AFP

Die in ihrer Heimatstadt von der Kommunion ausgeschlossene Politikerin der US-Demokraten, Nancy Pelosi, hat laut einem Medienbericht stattdessen im Vatikan die heilige Kommunion empfangen. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses habe das Sakrament am Mittwoch von einem Priester im Rahmen einer Messe im Petersdom erhalten, berichtete die katholische Onlinezeitung »Crux Now« . Auch US-Medien wie die »Washington Post«  berichten.

Der Erzbischof von San Francisco hatte Pelosi im vergangenen Monat wegen ihres Eintretens für das Recht auf Abtreibung von der Kommunion ausgeschlossen. Der Vatikan verbreitete Fotos, die Pelosi und ihren Ehemann Paul gemeinsam mit Papst Franziskus im Petersdom zeigen. Der Vatikan reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu dem Pelosi-Besuch am Mittwoch.

Erzbischof von San Francisco beruft sich auf Kirchenrecht

Pelosi tritt offen für das Recht auf Abtreibung ein und hatte die vor wenigen Tagen verkündete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Aufhebung des US-weiten Rechts auf Schwangerschaftsabbruch scharf verurteilt.

San Franciscos Erzbischof Salvatore Cordileone hatte Pelosi in einem Schreiben im Mai mitgeteilt, mit ihrem Eintreten für das Recht auf Abtreibung begehe sie »offenkundig eine schwere Sünde«. Das Kirchenrecht schreibe vor, dass eine solche Person nicht zur heiligen Kommunion zugelassen werden dürfe.

Cordileone untersagte der 82-jährigen praktizierenden Katholikin deswegen die Teilnahme an der Kommunion in seinem Erzbistum. Sie dürfe erst wieder teilnehmen, wenn sie ihre Haltung öffentlich ändere, beichte und »die Absolution für diese schwere Sünde erhält«.

Auch Präsident Joe Biden könnte bald ein ähnliches Schicksal drohen. Die Konferenz der katholischen Bischöfe in den USA will ihm die kirchlichen Sakramente vorenthalten – ebenfalls wegen seiner Haltung in Abtreibungsfragen - die wie die Pelosis der bis vorige Woche gängigen Rechtslage in den USA entspricht.

kfr/AFP
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