Naomi Campbell Das Model, die Drogen und der Wischmopp

Chronischer Hunger, ödes Auf und Ab auf dem Laufsteg: Models haben's auch nicht leicht. Wie gelegen eine Abwechslung kommt, beweist Naomi Campbell. Das Supermodel wurde zur Strafe für eine Tätlichkeit zum Putzdienst verdonnert. Ihre Bilanz: "Beim Aufwischen fand ich Trost."


London - Fünf Tage lang musste Campbell, 36, im März zu einem gemeinnützigen Putzdienst antreten, weil sie eine Angestellte mit einem Handy beworfen hatte. Der Umgang mit Feudel und Scheuerbürste bescherte der millionenschweren Campbell tiefste Zufriedenheit, berichtet die englische "Sun".

In einem Tagebuch notierte Campbell ihre Impressionen: "Ich hab' hier keinerlei Verantwortung", schrieb sie. "Kein Telefon. Ich hab' Zeit zum Nachdenken. Ich hab' einfach meine Ruhe."

Ihre neuen Arbeitskollegen eröffneten der verwöhnten Campbell ganz neue Perspektiven: "Zwei von den Leuten hier sind noch nie mit einem Flugzeug geflogen. Die haben mich gefragt, wie das so ist, und ich hab' mich geschämt, denen zu erzählen, dass ich allein letzte Woche sieben Mal geflogen bin", vertraute Campbell ihrem Tagebuch an.

Campbell, berüchtigt für ihre schwierige Art und ein ungezügeltes Temperament, das sich im schlimmsten Fall durch Attacken auf Hausangestellte und Assistentinnen äußert, macht ihre Drogenprobleme für derartige Aussetzer verantwortlich: "Ein Kollege erzählte mir, warum er hier gelandet ist: hauptsächlich wegen Alkohol. Ich hab' mich gleich mit ihm verbunden gefühlt und ihm gesagt, dass ich auf Entzug bin."

Sie habe mit Drogen experimentiert, seit sie 23 war, berichtet Campbell: "Das erste Mal war ich 1999 in Behandlung."

Campbell weiter. "Ich dachte, ich hätte alles im Griff, und dann kam der Rückfall. Es gibt Leute, die können mit 'nem Drink oder einer Linie Koks umgehen. Ich kann es nicht. Seitdem ich das weiß, hat sich mein Leben verändert."

Ihren Geschäftssinn behielt Campbell allerdings auch beim Schrubben: Ihre Bekenntnisse verkaufte sie an ein US-Hochglanzmagazin, das ihr auch die Designer-Kleidung finanzierte, die sie auf dem Weg zur Arbeit trug. Pro Tag soll Campbell so rund 45.000 Euro verdient haben.

pad



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.