Streit über Foto mit Jamaika-Dress Naomi Campbell springt Adele bei

Sängerin Adele hat mit einem Karnevalsfoto eine Welle der Kritik ausgelöst. Es sei unsensibel, dass sie als Weiße mit Jamaika-Bikini und Bantu Knots posiere, so der Tenor. Etliche Prominente verteidigten die Musikerin.
Sängerin Adele bei einer Preisverleihung in Los Angeles (Archivbild)

Sängerin Adele bei einer Preisverleihung in Los Angeles (Archivbild)

Foto: Axelle/Bauer-Griffin / FilmMagic

Am Sonntag postete Sängerin Adele ein Foto von sich mit einer afrikanischen Frisur, sogenannten Bantu Knots, und einem Bikini-Top in den Farben der jamaikanischen Flagge. Die Britin wollte damit an den legendären, üblicherweise jedes Jahr stattfindenden Londoner Notting Hill Carnival erinnern, der wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr weitgehend ausfallen musste.

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Der Karneval wurde 1959 von Einwanderern aus der Karibik ins Leben gerufen. Die Organisatoren bezeichnen ihn als das "größte Fest der Kultur, Vielfalt und Inklusion" in Großbritannien. Afrikanische und karibische Kulturen spielen dabei eine große Rolle.

Es dauerte nicht lange, bis sich erste empörte Stimmen zu Wort meldeten: Die 32-jährige Ausnahmemusikerin ("Hello", "Rolling in the Deep") bediene sich einer Kultur, auf die sie als Weiße keinen Anspruch habe, kritisierten Kommentatoren in den sozialen Medien. Auch mehrere britische Medien berichteten über die Vorwürfe.

"Wahrscheinlich isst sie die ganze Zeit Jerk Chicken"

Adele bekam allerdings umgehend prominente Rückendeckung: Supermodel Naomi Campbell, die Londoner Popsängerin Alexandra Burke und der schwarze Labour-Abgeordnete David Lammy stellten sich hinter die Musikerin.

Viele Unterstützer von Adele führten an, sie sei im Londoner Ortsteil Tottenham aufgewachsen und ihr ganzes Leben von schwarzer Kultur umgeben gewesen. "Wahrscheinlich isst sie die ganze Zeit (jamaikanisches) Jerk Chicken wie wir alle", scherzte Sängerin Burke.

Campbell, deren Mutter aus Jamaika stammt, versah das Foto mit Herzchen und der jamaikanischen Flagge. Auch der Londoner DJ Ace stellte sich hinter Adele: "Ich liebe das Foto", sagte er in einer Radiosendung der BBC. "Mir ist egal, was die Leute sagen."

Der Abgeordnete David Lammy verurteilte den "Humbug", der um das Foto von Adele entstanden sei, weil er dem Geist des Karnevals von Notting Hill entgegenstehe. Adele vertrete den Spirit der Veranstaltung "mehr als die meisten". Er schrieb: "Danke Adele. Vergiss die Hater."

ala/dpa
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