Alltagsrassismus Naomi Campbell von Hotel abgewiesen

Naomi Campbell hat in einem Interview berichtet, dass sie in Frankreich ein Hotel nicht betreten durfte - aufgrund ihrer Hautfarbe. Rassismus, den es zu bekämpfen gelte, sagt das Model.

APO Group/ Getty Images

Naomi Campbell ist eines der berühmtesten Models der Welt - dennoch scheint ein Portier in einem Hotel in Südfrankreich ihr Gesicht nicht erkannt zu haben. Schlimmer noch - er hatte offenbar rassistische Ressentiments, als er der 49-Jährigen den Zugang zur Herberge verwehrte. So berichtet es Campbell in einem Interview mit der Zeitschrift "Paris Match".

Demnach war das Model mit einem ebenfalls schwarzen Bekannten unterwegs, als sie daran gehindert wurde, das Hotel zu betreten - obwohl sie eine Einladung zu der dort stattfindenden Veranstaltung vorweisen konnte.

Das Personal an der Tür habe ihr mitgeteilt, das Event sei ausgebucht. Allerdings habe sie beobachtet, dass gleichzeitig andere Gäste hineingelassen worden seien, so Campbell. "Sie ließen uns nicht hinein wegen unserer Hautfarbe." Der Vorgang sei einfach "abscheulich" gewesen.

Solche Momente inspirierten sie aber auch, "mich weiter dazu zu äußern und mir Gehör zu verschaffen", fuhr sie fort. Sie sei froh, dass sie einer neuen Generation von Models dabei helfen könne, sich von niemandem die Selbstachtung nehmen zu lassen.

Der Kampf um mehr Diversität in der Modebranche sei noch lange nicht zu Ende, sagte Campbell. Den Namen des Hotels nannte sie gleichwohl nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass Naomi Campbell sich zu Rassismus äußert. Im April hatte sie berichtet, ein "bestimmtes Land" habe darauf verzichtet, eine Werbekampagne mit ihr zu fahren - weil sie schwarz sei. Diese Erfahrung sei ein "Reality-Check" gewesen.

Der British Fashion Council hatte Campbell unlängst als "Mode-Ikone" ausgezeichnet. Die 49-Jährige stehe für die Emanzipation der Frau, Aktivismus und Glamour. "Ihre Stimme hat einen enormen Einfluss", hieß es.

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Naomi Campbell: Topmodel seit 33 Jahren

Inzwischen ist die 49-Jährige auch als Unternehmerin erfolgreich. Mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation Charity for Relief sammelt sie seit 2005 Geld für Hilfsprojekte. Im April gehörte sie zu den Mitorganisatoren der Arise Fashion Show im nigerianischen Lagos.

ala



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