Nicht typisch schwedisch Der Streit um Victorias Gang zum Altar

Lässt Kronprinzessin Victoria sich von ihrem Vater zum Traualtar führen oder schreitet sie an der Seite ihres Verlobten in die Kirche? Diese Frage hat in Schweden eine hitzige Diskussion ausgelöst. Nun steht fest: Die Thronfolgerin hält an ihrem ursprünglichen Plan fest.

DPA

Stockholm - Die Briefmarken mit dem glücklichen Paar sind gedruckt, die Postkartenständer allerorts gut gefüllt, der Dom in Stockholm wird für die große Zeremonie vorbereitet. Ganz Schweden freut sich auf die Hochzeit von Kronprinzessin Victoria und ihrem Verlobten Daniel Westling. Ganz Schweden? Nein, denn einige erzürnen sich darüber, dass die 32-Jährige sich bei ihrer Hochzeit am 19. Juni von ihrem Vater zum Altar führen lassen will.

Neun Pastoren hatten dem TV-Sender SVT zufolge die Thronfolgerin in einem Brief aufgefordert, sich nicht von ihrem Vater König Carl XVI. Gustaf in den Stockholmer Dom bringen zu lassen. Sie sollte mit ihrem zukünftigen Mann den Gang entlang schreiten, wie es in der protestantischen Kirche Schwedens, der auch die Königsfamilie angehört, seit Jahrhunderten üblich ist.

"Die Kronprinzessin ist eine sehr kompetente Frau und kann auf eigenen Beinen durch den Gang gehen", so Pastorin Maria Isberg. Sie würde ohne den Vater als Brautführer ein "gutes Signal auch an andere für die Gleichberechtigung" aussenden.

"Entscheide dich um, Hof!" forderte die Zeitung "Aftonbladet". Dass die Königsfamilie mit einer jahrhundertealten schwedischen Kirchentradition breche, die gut zur Gleichberechtigungskultur des Landes passe, sei "milde gesagt erschreckend". Dass der Vater die Prinzessin zum Altar führt, ist eine angelsächsische Tradition.

Das "Aftonbladet" spekulierte über die Gründe: "Ein Argument könnte sein, dass Daniel nicht über die geeignete Stellung verfügt, um den Staatschef in spe zum Altar zu führen." Dies sei allerdings ein merkwürdiges Argument, schließlich hätten die Eltern den 36-jährigen Westling, der früher der Fitnesstrainer der Prinzessin war, nach langer Überzeugungsarbeit von Victoria nun endlich akzeptiert.

"Ein Ereignis mit symbolischer Bedeutung"

Trotz aller Kritik steht nun fest: Prinzessin Victoria hält an ihrer Entscheidung fest. Sie wird sich von ihrem Vater zum Traualtar führen lassen, wie die Tageszeitung "Svenska Dagbladet" berichtet.

Die königliche Familie respektiere die unterschiedlichen Auffassungen, sagte die Sprecherin des Königshauses, Nina Eldh, dem "Aftonbladet", betonte aber: "Das ist ein staatstragendes Ereignis, bei dem der Staatschef seine Tochter, die Schwedens Thronfolgerin ist, zum Altar führt - ein Ereignis mit symbolischer Bedeutung."

Der König wollte keine weitere Stellungnahme dazu abgeben, meldet das "Svenska Dagbladet". "Ich finde, es gab bereits eine unnötig lange Diskussion darüber", sagte Carl Gustav demnach.

Als er und Silvia sich vor 30 Jahren das Ja-Wort gaben, stellte sich die Frage nicht: Die beiden schritten als Paar zum Altar.

siu/mit Material von dpa



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Fritz Katzfuß 27.05.2010
1. Stimmt. Ist nicht lutherisch.
Gibt es bei uns doch auch nicht. Wer so was macht, hat keine Ahnung, das ist ein schlechtes Omen.
barheine 27.05.2010
2. Alter Schwede
Viel wichtiger für mich alten Royalisten ist doch die Tatsache, dass Prinzessin Madeleine wieder auf dem Heiratsmarkt verfügbar ist. PS.: Ich würde sogar die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen.
Fritz Katzfuß 27.05.2010
3. Vollkommen falsches Verstädnnis des Gotetsdienstes
Wenn das Brautpaar in die Kirche einzieht, ist es schon Ehemann und Ehefrau. Die Ehe ist ein weltlich Ding und wird vom Standesbeamten geschlossen. Alleridngs... könnte das in Schweden der Pastor sein... ? hm. Was dann. Psychologisch ebdenklich, wenn sich die Tochter nicht wirklich vom Vater lösen kann. Jedenfalls erinnert die Tatsache, dass die Braut vom Vater übergeben wird an patriarchalische Zeiten. Allerdings beendet diese Prinzessin ja gerade die männliche Thronfolge insofern.. Na, soll sies machen wie sie will, er hat ja ohnehin nichts zu saagen, da er nicht von Adel ist, und lkein wirklicher prinz wird, da er wieterarbeiten muss. Der Untergang des Hauses Bernadotte wird trotzdem noch in weiter Ferne sein, Napoleons langer Arm die Schweden noch lange beglücken.
Matthias Hofmann 27.05.2010
4. Bla Bla bla blubber
Wenn das alle Probleme sind!...? Oder auch solche Problem möchte ich (nicht) haben... Oder - schade für das Papier worauf diese "Ergüsse" über etwas für die Allgemeinheit völlig Unwesentliches geschrieben sind. Angesichts der Bedrängnis auf dieser Welt ist es ein glatter Hohn über so etwas zu berichten.
marypastor 27.05.2010
5. Also,
Zitat von sysopLässt Kronprinzessin Victoria sich von ihrem Vater zum Traualtar führen oder schreitet sie an der Seite ihres Verlobten in die Kirche? Diese Frage hat in Schweden eine hitzige Diskussion ausgelöst. Nun steht fest: Die Thronfolgerin hält an ihrem ursprünglichen Plan fest. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,697185,00.html
ich wuerde ja einen Kompromiss vorschlagen. Rein geht sie mit dem Verlobten bis zur Haelfte, von da bis zum Altar mit dem Vater. Raus geht sie... aber das war ja klar. Vater
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