Nico Rosberg über Selbstzweifel "Ich hatte immer einen Plan B"

Nico Rosberg hat es in der Formel 1 ganz nach oben geschafft - bis zum Weltmeistertitel. In jungen Jahren zweifelte er jedoch offenbar daran, ob er überhaupt das Zeug zum Rennfahrer hat.

Aly Song/ REUTERS

Wenn man an Formel 1-Fahrer denkt, denkt man meist an harte Kerle. Sie jagen ihre Autos über Rennstrecken, in hohem Tempo und trotzdem mit höchster Präzision. Immer an der Grenze, immer im Wissen, dass ein Unfall schreckliche Folgen haben kann. Wer sich so etwas traut, muss doch vor Selbstbewusstsein strotzen, oder?

Bei Nico Rosberg war das offenbar nicht immer so. "Ich war als Jugendlicher nicht so selbstbewusst und hatte Zweifel, ob ich Profirennfahrer werden kann", sagte der heute 34-Jährige in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital". "Deshalb hatte ich immer einen Plan B", etwa ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik. "Das wäre die andere Möglichkeit gewesen, in die Formel 1 zu kommen - als Ingenieur".

100.000 Euro Schulden zum Karrierestart

Plan A ging trotzdem auf, 2006 bestritt Rosberg seine erste Formel 1-Saison für das Team Williams F1 und unterschrieb seinen ersten Millionenvertrag. "Das war natürlich ein stolzer Moment. Wenn man den Vertrag sieht, mit so vielen Nullen - das ist schon crazy", sagte er.

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Nico Rosberg über seine frühe Karriere: Selbstzweifel und Schulden

Von seinem ersten Gehalt musste er allerdings erst einmal Schulden begleichen. "Ich hatte mir von der Bank 100.000 Euro leihen müssen, weil ich in der GP2 einen Unfall hatte und den Schaden bezahlen musste", erzählte der Ex-Weltmeister. Die GP2 ist eine niedrigere Rennklasse, in der Rosberg vor seiner Formel 1-Karriere fuhr.

Auch das Ende seiner Formel 1-Karriere verlief untypisch. Mit 31 Jahren gab er 2016 seinen Rücktritt bekannt - fünf Tage, nachdem er als dritter Deutscher Formel 1-Weltmeister geworden war. Auch bei dieser Entscheidung spielte sein Selbstvertrauen angeblich eine Rolle: Er habe sich erhofft, "dass ich von der Entscheidung, auf dem Zenit zu gehen, den Rest meines Lebens profitieren kann und positiver und selbstbewusster werde." Bereut habe er das bis heute nie.

Mittlerweile investiert Rosberg in Unternehmen, vor allem im Bereich der nachhaltigen Technologien. Auch an der Elektrorennserie Formel E ist er beteiligt.

yer/dpa

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