Gedenkfeier für erschossenen Rapper Tausende Fans nehmen Abschied von Nipsey Hussle

Freunde, Fans und Angehörige: Mehr als 20.000 Menschen haben in Los Angeles des ermordeten Rappers Nipsey Hussle gedacht. Stevie Wonder spielte Songs wie "Tears in Heaven" - und warnte vor Waffengewalt.

Frederick M. Brown / POOL / AFP

Tausende Menschen haben bei einer großen Trauerfeier Abschied vom erschossenen Rapper Nipsey Hussle genommen. Im Staples Center in Los Angeles fanden sich mehr als 20.000 Fans, Freunde und Angehörige des Musikers ein. Die Plätze in der Arena waren kostenlos über das Internet verteilt worden - und binnen Minuten vergriffen.

Viele Trauernde trugen T-Shirts mit Bildern des Rappers. Auf einer Großleinwand wurden während der Gedenkfeier Fotos von Nipsey Hussle gezeigt. Rapper Snoop Dogg würdigte seinen Kollegen als liebenswerten Menschen, der sich für die Versöhnung von rivalisierenden Banden stark gemacht habe.

Stevie Wonder spielte Songs wie "Rocket Love" und "Tears in Heaven". Der Sänger warnte vor Waffengewalt. Es seien schon genug Menschen durch Waffen getötet worden, sagte Wonder. Es wurde auch ein Brief von dem früheren US-Präsidenten Barack Obama verlesen, der darin Hussles Wandlung zu einem Friedensaktivisten als Vorbild für junge Menschen würdigte.

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Nipsey Hussle: Große Trauerfeier im Staples Center

Tausende säumten die Straßen, als der Sarg mit Hussles Leichnam nach der Trauerfeier auf einer Strecke von 40 Kilometern durch mehrere Stadtteile von Los Angeles gefahren wurde. Dabei kam es Polizeiangaben zufolge erneut zu tödlichen Schüssen aus einem fahrenden Auto heraus: Ein Mensch wurde getötet, drei weitere verletzt. "Wir müssen diese sinnlose Gewalt stoppen", twitterte der Polizeichef von Los Angeles.

Die Prozession führte auch an einem Bekleidungsladen vorbei, dessen Mitbesitzer Hussle war. Dort war der 33-Jährige Ende März erschossen worden. Der mutmaßliche Täter war nach Angaben der Polizei mit dem Rapper in Streit geraten. Zwei Tage nach der Tat wurde der 29-jährige Verdächtige festgenommen und wegen Mordes angeklagt. Er plädierte vor Gericht auf nicht schuldig.

Hussle, mit bürgerlichem Namen Ermias Asghedom, stammte aus einer von Bandenkriminalität geprägten Gegend in Los Angeles. Seine Musikerkarriere startete der Rapper in der Untergrund-Hip-Hop-Szene. Lange Zeit war er kommerziell wenig erfolgreich, seine Kollegen aber schätzten schon früh seine Mixtapes.

Mit "Victory Lap" war Hussle bei den diesjährigen Grammy Awards für das beste Rap-Album nominiert. Hussle, der nach eigenen Angaben einst selbst in einer berüchtigten Straßengang war, hatte sich neben der Musikerkarriere in seiner Gemeinde gegen Bandenkriminalität engagiert.

wit/dpa/AFP

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