Nirvanas »Nevermind«-Cover Ex-Babymodel zieht wegen Kinderpornografie vor Gericht

Spencer Elden war vier Monate alt, als er beim Schwimmen fotografiert wurde. Später zierte sein Nacktbild das Cover des Nirvana-Albums »Nevermind«. Jetzt hat er die Macher verklagt – wegen Kinderpornografie.
Foto: Records / Alamy / All mauritius images

Das Unterwasserbild des Babys mit vorbeischwimmender Dollarnote ist fraglos ikonisch: Ab September 1991 war es auf dem Cover des Kultalbums »Nevermind« der Band Nirvana zu sehen.

Jetzt ist um das Plattencover ein Rechtsstreit entbrannt: Spencer Elden hat die noch lebenden Bandmitglieder, die Nachlassverwalter von Kurt Cobain und weitere Personen verklagt.

Der 30-Jährige ist das Baby auf dem Cover – ihm zufolge ist die Nacktdarstellung Kinderpornografie und verstößt gegen US-Gesetze. Seine Eltern hätten der Veröffentlichung des Fotos niemals schriftlich zugestimmt, heißt es in einem Bericht des Senders CBS.

Jetzt beschäftigt sich ein Gericht in Los Angeles mit dem Fall. Der Kläger fordert laut »Variety mindestens 150.000 US-Dollar Schadensersatz von jedem Beklagten, darunter die Band-Mitglieder Dave Grohl und Krist Novoselic, Kurt Cobains Ehefrau Courtney Love, der Fotograf Kirk Weddle sowie Vertreter der Plattenfirma.

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Elden führt an, seine Identität und sein Name seien »für immer verbunden mit der kommerziellen sexuellen Ausbeutung«, die er als Minderjähriger erfahren habe. Sein Foto werde bis zum heutigen Tage weltweit verbreitet und verkauft.

»Sexarbeiter, der nach einer Dollarnote greift«

Spencer Elden war vier Monate alt, als das umstrittene Bild im Jahr 1990 in einem Schwimmbad in Pasadena aufgenommen wurde. Angeblich war es Nirvana-Frontmann Kurt Cobain, der die Darstellung für die Covergestaltung aussuchte.

Die Verbindung von nacktem Kind und Geldschein deutet dem Kläger zufolge auf einen »Sexarbeiter, der nach einer Dollarnote greift«. Den Beklagten wird vorgeworfen, mit Spencer Eldens Abbild »wissentlich kommerzielle Kinderpornografie produziert, besessen und beworben zu haben« – auch, weil bewusst die Genitalien des Babys gezeigt wurden.

Es sei viel Geld mit dem Foto verdient worden, während Spencer Eldens Eltern gerade mal 200 Dollar am Tag der Aufnahme dafür bekommen hätten. Eine Veröffentlichung und massenhaften Verbreitung hätten sie nie zugestimmt.

ala
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