Dennis Rodman bei Kumpel Kim  "Wir sind Freunde fürs Leben"

Dennis Rodman ist nach Nordkorea gereist - schon zum zweiten Mal. Die Erwartung vieler US-Amerikaner, dass sich der Ex-Basketballer bei seinem "Kumpel Kim" für die Freilassung eines US-Bürgers einsetzen würde, erfüllte sich nicht. Darauf angesprochen, flippte Rodman aus.

DPA/ Rodong Sinmun

Pjöngjang/Peking- Auf die Frage nach dem einzigen nachvollziehbaren Grund für seinen Nordkorea-Besuch soll Dennis Rodman wütend reagiert haben. "Es ist nicht mein Job, Gefangene hier rauszuholen", ranzte der Ex-Basketball-Star wartende Reporter bei seiner Ankunft in Peking an. "Fragt Obama. Oder Hillary Clinton!", rief der sichtlich aufgebrachte Rodman.

Es war der konsequent bizarre Schlusspunkt einer seltsamen Reise. Auf einer unangezündeten Zigarre herumkauend, soll er den Journalisten einen Stapel Fotos gezeigt haben: er mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, lachend, beim Essen, bei einem Basketballspiel. "Wir sind Freunde fürs Leben, und es ist mir egal, was ihr über ihn denkt", so Rodman.

Es ist bereits die zweite Nordkorea-Reise Rodmans. Vor einem halben Jahr war der als "Bad Boy" der amerikanischen Basketball-Liga NBA bekannte Rodman ein erstes Mal in Pjöngjang - auf dem Höhepunkt internationaler Spannungen wegen Nordkoreas Atomprogramm. Nachdem er mit Kim ein Basketballspiel angesehen hatte, nannte er den Machthaber einen "Freund fürs Leben". Der Auftritt brachte Rodman in den USA Kritik und Spott ein.

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Dennis Rodman zu Besuch bei Kim Jong Un: Im Norden nichts Freies
Jetzt hat Rodman bei einem weiteren Besuch in Nordkorea erneut Staatschef Kim Jong Un getroffen. Dieser Besuch war allerdings mit konkreten Hoffnungen verbunden: Viele US-Amerikaner hatten geglaubt, Rodman würde sich bei seinem Trip auch für einen US-Bürger einsetzen, der seit November in Nordkorea inhaftiert ist.

Der 45-jährige Reiseveranstalter Kenneth Bae sitzt seit zehn Monaten in Nordkorea im Gefängnis. Nach Darstellung Pjöngjangs handelt es sich bei Bae um einen militanten evangelikalen Christen, der die Nordkoreaner zum Sturz der Führung aufwiegeln wollte.

In der vergangenen Woche hatte Rodman angekündigt, er und seine Delegation würden sich womöglich bei Kim für die Freilassung Baes einsetzen. Bereits im Mai hatte Rodman den nordkoreanischen Diktator "oder wie ich ihn nenne, Kim", bei Twitter darum gebeten, ihm einen Gefallen zu tun und Bae freizulassen.

Gleichzeitig hatte er im Vorfeld Erwartungen gedämpft, dass er den US-Geschäftsmann Bae mit zurückbringen werde. Die viertägige Visite solle rein sportlicher Natur sein, meldete auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

In Nordkorea angekommen, war Bae für Rodman offensichtlich kein Thema mehr. Wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Samstag berichtete, überreichte Rodman Kim und dessen Frau ein Geschenk und besuchte mit ihnen ein Basketballspiel. Stattdessen war Rodman voll des Lobes für Kim Jong Un. "Er will wirklich, dass sich die Dinge ändern", sagte Rodman Reportern der Nachrichtenagentur afp beim Verlassen seines Hotels in Pjöngjang.

mhe/afp

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sabaydii 07.09.2013
1. genie
also entweder ist rodman ein genie oder ein vollidiot. dem diktator eine brücke nach amerika bauen und ihm schmeicheln und das alles ist schon ziemlich genial, wenn er dem gefangenen amerikaner und/oder den leuten dort helfen will, oder aber er verkennt einfach die gefahr die von so einem typen ausgeht und hält ihn tatsächlich für jemandem der freunde sucht, was einfach nur bestraft gehören würde. ich denke er ist kein genie.
restauradores 07.09.2013
2. Rodman,
Zitat von sysopDPA/ Rodong SinmunDennis Rodman ist nach Nordkorea gereist - schon zum zweiten Mal. Die Erwartung vieler US-Amerikaner, dass sich der Ex-Basketballer bei seinem "Kumpel Kim" für die Freilassung eines US-Bürgers einsetzen würde, erfüllte sich nicht. Darauf angesprochen, flippte Rodman aus. http://www.spiegel.de/panorama/leute/nordkorea-besuch-von-dennis-rodman-a-920921.html
der Sido der USA!
Tuennemann 07.09.2013
3. Speckbube Kim
Anscheinend frisst der Speckbube Kim seinenm Volk die Nahrung weg
schorsch_kluni 07.09.2013
4. Rofl
"Es ist nicht mein Job, Gefangene hier rauszuholen", ranzte der Ex-Basketball-Star wartende Reporter bei seiner Ankunft in Beijing an. "Fragt Obama. Oder Hillary Clinton!", soll der sichtlich aufgebrachte Rodman gerufen haben. Wow total ausgeflippt. Huiii hoffentlich darf er nach dieser total ausgeflippten, angeranzten Aussage jemals wieder das die USA verlassen. Ich bin fix und fertig, mein Puls ist auf 180, Blutdruck kaum extrem ausgeflippt hoch. So rege ich mich über die total ausgeflippte Antwort auf. Hammer.
f1nnsel 07.09.2013
5. Ich weiß
aus einer befreundeten Quelle, dass Kim wirklich etwas ändern will. Das Problem ist die Familiensippe um ihn herum (Onkel Cousine). Kim selbst soll wohl ein richtig cooler Typ sein, der im Frühjahr nicht aus Spaß eine Ansprache über Veränderungen gehalten hat.
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