Obama ehrt Promis "Ich bin der Präsident, aber er ist der Boss"

Wer wird denn gleich das Zepter aus der Hand geben? Anlässlich der Verleihung der "Kennedy Center Honors" hat Barack Obama gleich ein ganzes Rudel Super-Prominenter ins Weiße Haus geladen - und überließ ihnen bereitwillig die große Bühne.

REUTERS

Washington - Eyecatcher des Abends war die Präsidentengattin: Michelle Obama erschien zur Verleihung "Kennedy Center Honors" im plissierten lilafarbenen Abendkleid, Barack Obama wie immer diskret im schwarzen Smoking. Auf der großen Gala im East Room des weißen Hauses empfingen die Obamas alles, was in der US-Unterhaltungsbranche Rang und Namen hat.

"Ich bin der Präsident, aber er ist der Boss", sagte Obama, als Rocklegende Bruce Springsteen am Sonntagabend den Preis entgegennahm - zusammen mit Filmstar Robert De Niro, Regisseur Mel Brooks, Jazz-Pianist Dave Brubeck und Opernsängerin Grace Bumbry.

Laudator Jon Stewart erklärte, wie der Boss zum Boss wurde. "Ich bin kein Kritiker, kein Historiker, keine Archivar", sagte er. "Aber ich bin aus New Jersey. Und deshalb kann ich ihnen sagen, was ich glaube, dass Bob Dylan und James Brown ein Baby hatten. Dieses Kind ist Bruce Springsteen."

Bei der Ehrung Brubecks sagte Obama, er erinnere sich noch, wie ihn sein Vater 1971 zu seinem ersten Jazzkonzert auf Hawai mitnahm. "Es war ein Konzert von Dave Brubeck. Die Welt, die er einem Zehnjährigen damals eröffnete, war spektakulär", so der US-Präsident.

"Wenn ich all meine Preise bei Ebay verkaufen würde, dann wäre dieser der letzte", scherzte der geehrte Regisseur Mel Brooks. "So sehr schätze ich ihn." Laudatorin Meryl Streep sagte über ihren ebenfalls ausgezeichneten Freund Robert de Niro: "Er hat genau das getan, was meine Freunde von der Theaterschule und ich immer wollten - hinter einer Figur zu verschwinden und eins mit ihr zu werden."

Das John-F.-Kennedy-Zentrum für Darstellende Kunst ehrt mit der Auszeichnung jedes Jahr Künstler, die maßgeblich die Kultur der USA geprägt haben. Dieser Preis sei doch etwas anderes als die bisher erhaltenen Würdigungen, sagte der 60-jährige Springsteen. "Wir haben wirklich hart dafür gearbeitet, dass unsere Musik Teil des amerikanischen Lebens und des Lebens unserer Fans wird", sagte der Rocksänger. Der Kennedy-Preis sei eine Anerkennung, dass diese Art von Musik ihren Weg in die Kultur gefunden habe.

Der Präsident war voll des Lobes: "Diese Künstler sind wirklich die besten", sagte Obama. "Sie sind auch eine lebendige Erinnerung an eine einzigartige Wahrheit - und hier bediene ich mich bei einem Wort von Michelle, dass die Kunst nicht irgendwie neben unserem nationalen Leben steht, sondern die Kunst ist das Herz unseres nationalen Lebens."

An der Zeremonie im East Room des Weißen Hauses nahmen rund 300 Gäste teil, unter ihnen Show-, Musik- und Filmgrößen wie Ben Stiller, Edward Norton, Matthew Broderick, Martin Scorsese, Sting, Philip Seymour Hoffman sowie Ballettlegende Michail Barischnikow.

ala/AP/AFP



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