»Ich habe viel Positives gehört« Oliver Stone lässt sich mit russischer Corona-Vakzine impfen

Oliver Stone gilt als Vertrauter Wladimir Putins. Nun hat sich der Oscarpreisträger einen russischen Impfstoff verabreichen lassen. Er wisse nicht, warum man diesen im Westen ignoriere.
Foto: ANDREW KELLY/ REUTERS

Der US-Regisseur Oliver Stone hat sich laut eigenen Angaben einen russischen Corona-Impfstoff verabreichen lassen. »Ich weiß nicht, für wie lange es hilft, aber ich habe viel Positives gehört«, sagte der 74-Jährige in einem Interview mit dem russischen Staatsfernsehen. Die zweite Injektion stehe noch aus. Er wisse nicht, warum man den russischen Wirkstoff im Westen ignoriere, sagte Stone.

Der Filmemacher, der dreimal für den Oscar ausgezeichnet wurde (»12 Uhr nachts – Midnight Express«, »Geboren am 4. Juli«, »Platoon«), ist auch bekannt für seine »Putin-Interviews« – ein Dokumentarfilm über Russlands Präsidenten Wladimir Putin aus dem Jahr 2017.

Wladimir Putin im Gespräch mit Oliver Stone

Wladimir Putin im Gespräch mit Oliver Stone

Foto: Alexei Druzhinin / ITAR-TASS / IMAGO

Freigabe von »Sputnik V« löste Kritik aus

In Russlands Hauptstadt Moskau haben vor mehr als einer Woche groß angelegte Impfungen mit dem Vakzin »Sputnik V« begonnen. Damit gehört Russland zu den ersten Ländern weltweit, die ihre Bevölkerung in größerem Stil gegen Sars-CoV-2 impfen lassen. Unabhängige Studien zu »Sputnik V« sind aber bisher nicht bekannt, seine Freigabe hatte im Sommer international auch Kritik ausgelöst. Russland hat außerdem noch einen zweiten Impfstoff freigegeben, der den Namen »EpiVacCorona« trägt.

Am Dienstag zählten die Behörden in Russland knapp 26.700 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Außerdem wurden 577 Tote registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldete das Robert Koch-Institut 14.432 neue Infektionen und 500 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden.

Weltweit gibt es mittlerweile mehrere vielversprechende Impfstoffkandidaten. In Deutschland könnten bis Ende des Sommers 2021 laut Gesundheitsminister Jens Spahn 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Stand heute könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-»heute-journal« auf die Frage, wann 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten.

Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie nötig.

bam/dpa
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