"Operation Goldfinger" Sean Connery muss vor Gericht erscheinen

Schauspieler Sean Connery soll 1,6 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben. Der 80-Jährige ist in einen undurchsichtigen Immobilienskandal verwickelt - nun wurde er vor ein spanisches Gericht zitiert.

REUTERS

Málaga - Der britische Filmstar Sean Connery, 80, muss sich wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung einem Gericht in Spanien stellen. Der Schotte und seine Frau Micheline Roquebrune sollen am 15. Oktober von einem Ermittlungsrichter in Marbella als Beschuldigte vernommen werden, teilte die Justiz am Donnerstag mit. Das Ehepaar steht im Verdacht, in einen Immobilienskandal in dem südspanischen Nobelbadeort verwickelt gewesen zu sein.

In der Affäre geht es um die Villa "Malibu", die Connery früher gehört hatte und die der ehemalige James-Bond-Darsteller später mit großem Gewinn verkaufte. Der Wertzuwachs soll nach Angaben der Ermittler darauf zurückgegangen sein, dass auf dem Grundstück ein vierstöckiges Gebäude mit Luxuswohnungen errichtet wurde. Bei der Baugenehmigung sei es jedoch nicht mit rechten Dingen zugegangen. Zudem sollen Millionensummen am Fiskus vorbeigeschleust worden sein. In der Affäre ermittelt die Justiz gegen insgesamt mehr als 20 Verdächtige.

Die Polizei führt die Ermittlungen unter der Bezeichnung "Operation Goldfinger" - unter Anspielung auf den Titel des James-Bond-Films aus dem Jahr 1964, in dem Connery die Hauptrolle spielte.

Der Filmstar und seine Frau hatten bis 1999 regelmäßig an der Costa del Sol Urlaub gemacht. Nach Angaben der Zeitung "Sur" hatte der zuständige Ermittlungsrichter Ricardo Puyol über die britische Botschaft die Anschrift von Connery auf den Bahamas in Erfahrung gebracht. Der Jurist wies darauf hin, dass das Gericht bei Nichterscheinen des Filmstars Zwangsmaßnahmen einleiten werde.

Bereits im Mai war der Name Connerys im Rahmen vorläufiger Ermittlungen aufgetaucht, als ein Richter den Verkauf von dessen Villa im Jahr 1999 untersuchte. Die wohlhabende Mittelmeergemeinde Marbella wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von massiven Korruptions- und Immobilienskandalen erschüttert, die vor allem auf die Stadtverwaltung ein schlechtes Licht warfen.

bac/dpa



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